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Iran: Der mächtigste Feind des Mullah-Regimes sind nicht die USA

Dieser Text wurde im Open Source Format der »Berliner Zeitung« veröffentlicht und folgt einem vorher (26.02.2026) auf Englisch in »The Amargi« veröffentlichten Beitrag. Während die ganze Welt kurz vor den Luftangriffen der USA und Israels auf Iran über die Resilienz des dortigen Regimes spekulierte, erörterte ich die Frage, warum der besorgniserregende Grundwasserbankrott zwischen Zagros und Chorasan gar nicht in die Diskussionen einbezogen wird. Dabei ist die Grundwasserfrage eine der fundamentalsten Fragen für jedes politische Gemeinwesen, besonders in ariden Gebieten. Deswegen handelt es sich hierbei um einen »blinden Fleck« in der Resilienzdebatte, wie ich argumentiere.WeiterlesenIran: Der mächtigste Feind des Mullah-Regimes sind nicht die USA

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Neopolis Publikationen

Freshwater Bankruptcy as the Blind Spot in Iran Forecasts

This text was originally published by The Amargi on 26 February 2026. In the text, I argue that freshwater bankruptcy is a missing variable in manifold forecasts about the Islamic Republic’s stability. Geopolitics and repression matter, but so do aquifers, seasons, and decades of water mismanagement that have turned potable water into a strategic limit on daily life.WeiterlesenFreshwater Bankruptcy as the Blind Spot in Iran Forecasts

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Normale Wissenschaft und das iranische Geleit: Hier ist gar nichts mehr »normal«

Normale Wissenschaft (normal science) ist ein analytischer Begriff, den Thomas S. Kuhn schon Anfang der 1960er Jahre geprägt hat, und zwar in der Prägung des größeren Überbegriffs Paradigma. Paradigmen (Paradigmata) beschreiben eine grundsätzliche Übereinkunft dessen, was sag- und denkbar ist, nachdem es sich in einem erprobten Rahmen bewährt hatte: Nicht umsonst sprechen wir von (Wissenschafts-)Disziplinen.…WeiterlesenNormale Wissenschaft und das iranische Geleit: Hier ist gar nichts mehr »normal«

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Buchtipp Neostory

Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas

Neopopulisten sind nicht in der Lage, Politik für die Zukunft zu gestalten: Das zeigt das US-Regime mit Donald Trumps absurder Haltung zum Klimawandel einmal mehr. Völlig neu ist diese Erkenntnis nicht: Klima und Klimawandel haben eine lange Geschichte, der Umgang von Obrigkeiten und öffentlicher Meinung war auch in der Frühen Neuzeit oft höchst irrational. Darum geht es in Wolfgang Behringers Buch »Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung«, das sich als gute und kompakte Einführung in die Thematik und zum besseren Verständnis des Zusammenhangs von naturräumlichem und sozialem Klimawandel im Anthropozän eignet.WeiterlesenWolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas

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Die vier Säulen der fossilen Zivilisation (5): Longue durée und Materialität der anthropogenen Masse

Historiker führen gerne das Wort der Longue durée (lange Dauer) und beziehen sich dabei auf den französischen Historiker Fernand Braudel. Dieser hat mit dem Begriff eine Unterscheidung zur Ebene der mittleren Dauer (Moyenne durée) und der Ereignis-Ebene (événément) getroffen, wobei sich die longue durée durch besonders konstante, lang anhaltende Gegebenheiten oder Konstellationen von Akteuren im Zusammenspiel mit Landschaft, Umwelt, Klima und anderen Faktoren auszeichnet. Kann die Baustoffgeschichte, die ein fester Faktor in der Menschheitsgeschichte seit der Sesshaftwerdung ist, auch als Phänomen der longue durée gelten?WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation (5): Longue durée und Materialität der anthropogenen Masse

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Die vier Säulen der fossilen Zivilisation (3): Neue Baustoffe und die Idee einer Bauwende

Teil 3 (Neue Baustoffe und die Idee einer Wende) befasst sich aus all diesen Gründen und angesichts der anthropogenen Klimakatastrophe — deren Teil das Bauwesen ebenso ist wie alle anderen emittierenden Produktionsweisen — mit bereits bestehenden, möglichen oder denkbaren Alternativen und Lösungsansätzen. So wäre es denkbar, nicht so viele bestehende Gebäude abzureißen, sondern stattdessen zu…WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation (3): Neue Baustoffe und die Idee einer Bauwende

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Die vier Säulen der fossilen Zivilisation (2): Ökologie und einstürzende Neubauten

In Teil 2 (Ökologie und einstürzende Neubauten) werden die bereits genannten Schattenseiten der Zement- und Betonproduktion vertieft behandelt, wozu es zunächst einmal nötig ist, sich mit den Eigenschaften der Rohstoffe zu beschäftigen. A propos „einstürzende Neubauten“ – und was ich hier nicht vertiefen werde: einen nicht unbeträchtlichen Anteil des Bauaufkommens macht die Instandhaltung von Gebäuden…WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation (2): Ökologie und einstürzende Neubauten

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Die vier Säulen der fossilen Zivilisation (1): Vom Pantheon zum Plattenbau

Im Alltag sind wir ständig von Zement und Beton umgeben, die meisten von uns wohnen in Gebäuden aus diesen Baustoffen. Sie machen den schwersten Teil unserer sogenannten »anthropogenen Masse« aus – ohne, dass uns das ständig bewusst ist. Zement war in einer frühen Version schon den Römern bekannt, die aus dem Opus Caementitium unter anderem das Pantheon errichtet haben. Doch die Grundstoffe, aus denen Zement erst produziert werden muss, haben eine noch sehr viel ältere Geschichte, die unter anderem in Rüdersdorf bei Berlin zu Tage treten. Wer sich mit der Geschichte des Anthropozäns beschäftigen will, muss eigentlich bis ins Erdmittelalter zurückgehen.WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation (1): Vom Pantheon zum Plattenbau

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Die vier Säulen der fossilen Zivilisation: Das Beispiel Zement und Beton

Die Beschäftigung mit Baustoffen kann helfen, den Blick für eigentliche, dingliche Fragen zu schärfen. Die nichtdingliche Sphäre scheint gerade die Oberhand über das Verständnis materieller Zusammenhänge zu gewinnen, was sich nicht zuletzt in den Grabenkämpfen des politischen Felds eindeutig beobachten lässt. In der Welt der polarisierten öffentlichen Meinungen läuft es immer auf eine Entscheidung zwischen Richtig/Gut oder Falsch/Schlecht hinaus. In der Frage des Bauens ist es sehr viel komplizierter, gleichzeitig ist kaum ein Thema relevanter. Einfache Antworten verbitten sich allein angesichts der zunehmenden Obdachlosigkeit und baufälliger Infrastruktur. Für Rechtspopulisten, ihre Nachahmer und Trittbrettfahrer mag es ein leichtes und billiges Spiel sein, mit ein paar gesottenen Sprüchen von den eigentlichen Problemen abzulenken. Für seriöse Akteure stellt hingegen kaum ein Thema eine größere Herausforderung dar als das Thema des Bauens und der Baustoffe im Anthropozän.WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation: Das Beispiel Zement und Beton

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Vegetation als politische Metapher (Response Paper Teil IV)

Die Methode der Metaphernanalyse kann uns helfen, die Wechselwirkung zwischen naturräumlichem und sozialem Klima zu verstehen — ob in der longue durée der Entwicklung der Wirtschaftswälder seit dem späten 18. Jahrhundert, oder zum besseren Verständnis aktueller Konfliktthemen. Aufgeladene politische Diskurse können so versachlicht werden, indem die Ebene des Metaphorischen und Uneigentlichen rückübersetzt wird auf das Konkrete — und damit zu dem, worüber wir eigentlich sprechen sollten.WeiterlesenVegetation als politische Metapher (Response Paper Teil IV)

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Neopolis

Altersklassenwald, Plenterwald, Dauerwald: zu echten Alternativen (Response Paper, Teil III)

In diesem Abschnitt will ich die Hauptunterschiede und Merkmale der Wald- und Forsttypen Altersklassenwald, Plenterwald und Dauerwald herausarbeiten — angefangen bei den problematischen Übertragungen aus der Agrar- in die Forstwissenschaft. Wie die knappe Rückschau auf das schon seit über 100 Jahren bestehende Konzept der Dauerwaldidee Alfred Möllers zeigt, tragen unsere Wirtschaftsforste besonders unter den heutigen Bedingungen und Kalamitäten an den Folgen dieser Fehlübertragungen. Höchste Zeit, vom Prinzip der „Holzäcker“ wegzukommen.WeiterlesenAltersklassenwald, Plenterwald, Dauerwald: zu echten Alternativen (Response Paper, Teil III)

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Neopolis

Waldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil II)

Im vorangegangenen Response Paper zu Wilhelm Bodes Waldendzeit habe ich bereits viele zentrale Aspekte angesprochen, die in diesem zweiten Teil noch einmal an einigen Stellen vertieft werden sollen. In Abschnitt 2 werde ich auf das Problem falsch verstandener Waldliebe eingehen, das Bode an mehreren Stellen aufgreift und kritisiert. Dazu gehören auch Forderungen nach Renaturierung des…WeiterlesenWaldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil II)

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Neostory

Das Heine-Projekt: Blick aus der aktuellen Wendezeit auf eine historische Sattelzeit

Im Heine-Projekt geht es natürlich um Heinrich Heine, aber im Speziellen um einen Blick aus der gegenwärtigen, oft zitierten „Zeitenwende“ auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, die in der Historiographie auch als Sattelzeit bezeichnet wird. Es offenbaren sich nicht nur Parallelen zur Reaktion, die den Aufstieg des Neopopulismus begleitet, sondern auch erstaunliche Erkenntnisse zu umweltpolitischen Weichenstellungen, die sich erst über den Umweg der Metaphernanalyse erschließen.WeiterlesenDas Heine-Projekt: Blick aus der aktuellen Wendezeit auf eine historische Sattelzeit

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Neopolis

Waldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil I)

Die Wälder und Forste Mitteleuropas sind so bedroht wie noch nie. Wilhelm Bode fordert in seinem Essay „Waldendzeit“ (2024) deswegen eine „kopernikanische Wende der Forstwirtschaft“ und der Waldbauwissenschaft — und zwar sofort. Mit dem Konzept der Dauerwaldwirtschaft Alfred Möllers aus den 1920er Jahren schlägt er eine sehr konkrete Alternative zu den bestehenden Altersklassenwäldern vor. Besonders interessant ist der Essay durch seine Zugänge zur Kunstgeschichte und verbreitete Waldbilder seit der Romantik und darüber hinaus.WeiterlesenWaldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil I)

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Begriffe Neovox

Demagogie

Kennen Sie das auch? Alle sprechen bei populistischen Autokratisierern von »Charisma« — und Sie können beim Gedanken an Trump, Orbán, Erdoğan, Netanyahu und wie sie alle heißen gar nichts damit anfangen? Wieso kann man diesen Leuten eigentlich überhaupt zuhören? Das Unverständnis könnte daran liegen, nicht empfänglich für demagogische Rede zu sein. Trotzdem sollten wir wissen, was die Kennzeichen von Demagogie sind, denn sie ist gefährlich. Sie kann Gesellschaften schwer schädigen und ihre Institutionen zerstören. Populisten kommen nämlich über Demagogie an die Macht. Und sie kommen, um zu bleiben – denn wenn sie gehen, müssen sie meistens ins Gefängnis. Wer ihre Machtergreifung verhindern will, muss also rechtzeitig handeln und bei Demagogie ansetzen. Dieser Beitrag fasst die Hauptmerkmale von Demagogie zusammen und zeigt zwei kurze Ausschnitte aus einem jugoslawisch-serbischen und einem türkischen Beispiel. WeiterlesenDemagogie

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Buchtipp Neomotion

Daniel Schreiber: Liebe! Ein Aufruf

Demagogen und Neopopulisten setzen auf Emotionen, Affekte, religiöse und spirituelle Bedürfnisse. Diese manipulieren und instrumentalisieren sie, um sich in Zeiten großer Verunsicherung Zustimmung zu sichern. Das scheint ihnen ganz gut zu gelingen. Doch wie sieht es mit Lösungen und Alternativen aus? Wer hat im demokratischen Lager Vorschläge, über die wir sprechen sollten, wenn uns auch in Zukunft an Freiheit in Verschiedenheit gelegen ist? In diesem Buchtipp geht es deshalb heute um Daniel Schreibers neuestes Buch „Liebe! Ein Aufruf.“WeiterlesenDaniel Schreiber: Liebe! Ein Aufruf

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Begriffe Neomotion

Cynthia Fleury: „Der Faschismus bietet sich zunächst als Erleichterung an“

Es gab immer antifaschistische Bewegungen, Gruppen, Stimmen und Grundhaltungen, doch seit einiger Zeit ist sehr viel häufiger von Faschismus die Rede als vor der fortgeschrittenen Oligarchisierung in den USA und dem weltweiten Progress der Autokratisierung. Es schwingt eine neue Ernsthaftigkeit mit, mit der sich zahlreiche Stimmen zu Wort melden, die uns helfen können, zu verstehen, was da gerade mit demokratischen Gesellschaften geschieht. Eine dieser Stimmen kommt von Cynthia Fleury, einer französischen Philosophin und Psychoanalytikerin, die sich besonders intensiv mit dem Phänomen des Ressentiments beschäftigt hat. In einem Fernsehauftritt spricht sie einen wichtigen sozialpsychologischen Aspekt an, der bei der Verbreitung und Annahme faschistischer Positionen eine bedeutsame Rolle spielt: Der Faschismus „bietet sich als Erleichterung an“, so Fleury — jedoch nicht ohne doppeltes Spiel. WeiterlesenCynthia Fleury: „Der Faschismus bietet sich zunächst als Erleichterung an“

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Neopolis

How Rojava Underscores the Need for a New Security Paradigm in Europe

The following text was originally published by The Amargi on 25 January 2026. I am grateful to the Amargi team for proofreading, copy-editing and the smooth cooperation. In my contribution, I approach a topic central to my research project on neopopulism in the anthropocene: We badly need a new concept of security, one that is both human-centred and embracing non-human life—or what I call »inter-specific security«. WeiterlesenHow Rojava Underscores the Need for a New Security Paradigm in Europe

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Neopolis

Vom Holocaust zu den Aporien der Außenpolitik: Warum Arendts »Recht, Rechte zu haben« heute Einspruch verlangt

Heute ist der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee. Zum Glück, so muss man angesichts der Absonderlichkeiten unserer Gegenwart hinzufügen, ist heute mit einer Kaskade von Wortmeldungen und Erinnerungsappellen an die Terrorherrschaft der Nazis und den ersten industriell verübten Völkermord der Geschichte zu rechnen. Ich vertraue darauf, dass…WeiterlesenVom Holocaust zu den Aporien der Außenpolitik: Warum Arendts »Recht, Rechte zu haben« heute Einspruch verlangt

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Neomotion

Ressentiment als protofaschistische Triebfeder bei Eva Illouz und Cynthia Fleury

Emotionen und Affekte bilden Triebfedern des neopopulistischen Progresses weltweit. Wie in der Logik des Geschichtsrevisionismus, wo Gefühle über Fakten herrschen, regiert der Populismus über ein niedertriebiges Affektregister. Ressentiment nimmt dabei eine prominente Stellung ein. Sowohl Eva Illouz als auch Cynthia Fleury tragen in ihren Arbeiten wichtige Erkenntnisse bei zum Verständnis darüber, warum gerade von Ungleichheit gebeutelte Demokratien so anfällig für kollektive Ressentiments sind.WeiterlesenRessentiment als protofaschistische Triebfeder bei Eva Illouz und Cynthia Fleury

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Neovox

Big Tech und Demokratieschädigung: Nehmen wir digitale Mündigkeit endlich ernst!

Ist der »Rock Bottom« Moment für pluralistische Demokratien hinsichtlich ihrer digitalen Unmündigkeit und mangelnden Souveränität nun endgültig erreicht, auf gesamtgesellschaftlicher wie auf staatlicher Ebene? Wohin es führt, wenn ein Staat und seine Gesellschaft sich nicht effektiv gegen die Oligarchisierung von Big Tech-Plattformkapitalisten wehren und diese das Ruder in vormals staatlichen Domänen übernehmen, wird ausgerechnet am mächtigsten demokratischen Staat der Welt nun erschreckend klar. In der Diskussion schlage ich ein paar Ideen für konkrete Maßnahmen zur Demokratieförderung vor, die sich nicht auf Löscharbeiten und Symptomeindämmung beschränken.WeiterlesenBig Tech und Demokratieschädigung: Nehmen wir digitale Mündigkeit endlich ernst!

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Neopolis

Reaktionen auf den Raubüberfall des US-Regimes auf Venezuela

Wie schwer es den meisten Kommentatoren nach wie vor fällt, Eindeutigkeiten bei eindeutigem Namen zu nennen, aber auch ambivalente Komplizenschaften als solche zu dechiffrieren und zu erklären, das zeigt einmal mehr der Raubüberfall des US-Regimes auf das ressourcenreiche Venezuela. Das Land lag bis gestern jahrelang fest im Griff des populistischen Maduro-Regimes. „Frei“ ist Venezuela nun aber nicht — auch wenn willfährige Schönwetterkommentare eine solche Prognose mit geringster Überzeugungskraft zu lavieren versuchen.WeiterlesenReaktionen auf den Raubüberfall des US-Regimes auf Venezuela

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Neomotion

Response Paper: Liebe! Ein Aufruf (Daniel Schreiber)

Daniel Schreiber hat es wieder einmal geschafft: In gewohntem Duktus und nur zwei Jahre nach seinem letzten Buch »Allein« hat er seinen neuen Personal Essay »Liebe! Ein Aufruf« veröffentlicht. Er verfolgt damit ein großes Ziel: Er will Licht und Hoffnung für die auf verfahrene Weise niedertriebige Dynamik in liberalen Demokratien stiften. Ich muss wohl kaum eigens begründen, warum dies gerade in diesen lichtarmen Tagen von besonders großem Wert ist. Ob es ihm gelingt, diesem Treiben ausgerechnet mit Liebe etwas entgegenzusetzen?WeiterlesenResponse Paper: Liebe! Ein Aufruf (Daniel Schreiber)

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Neovox

Zwischen Hasbara und Pop-Islamismus: Solidarität als diskursives Schlachtfeld

Public Diplomacy erfährt gerade durch die Angriffe auf die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann neue Aufmerksamkeit, weil neben individuellen Meinungen orchestriert erscheinende Diffamierungsstrategien zum Einsatz kommen. Dabei geht es wenig darum, was die Journalistin tatsächlich gesagt oder gemeint hat. Die Auseinandersetzung auf Plattformen wie Instagram spiegelt auf Kosten der Journalistin vielmehr ein Kampffeld mit zwei Haupteinsätzen wieder: Zum einen geht es um identitätsgebundene, selektive Solidarität, wodurch Solidarität als Wert an sich verwässert wird. Zum anderen kämpfen identitäre Akteure unterschiedlicher Couleur, zwischen Pop-Islamisten und Hasbara-Aktivisten, um Aufmerksamkeit für sich selbst und ihre eingeengte Sicht. Die Herausforderung besteht darin, nicht aus Identitätsgründen an Kritik zu sparen und Solidarität von Identität zu entkoppeln. Unsere Gesellschaft braucht dringend Vertrauen, und das ist nur über die Verpflichtung auf die allgemeinen, universellen Menschenrechte zu erreichen. Eines von zahlreichen Plädoyers gegen Identitätspolitik.WeiterlesenZwischen Hasbara und Pop-Islamismus: Solidarität als diskursives Schlachtfeld

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Neovox

Die Waffen aus „High School Radical“ und der optimistische Blick auf Zohran Mamdani: widersprüchliche Nachrichten aus den USA

Die berauschende Wirkung der Betrachtung Amerikas nach der Mamdani-Wahl mag eine spezifisch deutsche Note haben. Sie stillt aber bestimmt auch ein globales Bedürfnis nach Hoffnung, nach Feelgood, und zwar so, wie es Drogen tun: zur Selbstmedikation gegen die Übertrumpung. Doch wie fair ist es, Zohran Mamdani mit den Erwartungen an einen Heilsbringer zu überfrachten? Was ist vom journalistischen Echo zu halten – und welche Gefahren drohen aus einer waffenstarrenden und polarisierten Gesellschaft?WeiterlesenDie Waffen aus „High School Radical“ und der optimistische Blick auf Zohran Mamdani: widersprüchliche Nachrichten aus den USA