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Essay Neostory

Die Misstrauensgemeinschaften von Treptow (6): Die abwesende AfD zwischen Klimawandelfolgenleugnung, Revisionismus und Russland

Haargenau ein Jahr vor der beispiellosen Hitzewelle in Europa hat die AfD zwei Gesetzesentwürfe in den Deutschen Bundestag eingebracht, die forderten, alle Maßnahmen zu stoppen oder rückgängig zu machen, die den Folgen des anthropogenen Klimawandels Rechnung tragen. Stattdessen soll wieder billiges Gas aus Russland kommen, weshalb die AfD als wichtigste kremlnahe Partei Deutschlands gilt. Trotzdem ließ sich die Partei am 9. Mai nicht am Sowjetischen Ehrenmal blicken: Zur Schlacht um Berlin und zum Zweiten Weltkrieg insgesamt werden in der rechtspopulistischen Partei diametral andere Ansichten gepflegt als in Moskau. Über die Widersprüche einer angeblich »ostdeutschen Partei« – im sechsten Teil des Essays über neopopulistische Misstrauensgemeinschaften.WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (6): Die abwesende AfD zwischen Klimawandelfolgenleugnung, Revisionismus und Russland

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Essay Neostory

Die Misstrauensgemeinschaften von Treptow (5): Frieden und Antifaschismus als widersprüchliche Bricolagen

Alle Teilnehmer der Fest-Assemblage waren informiert durch Akteure außerhalb Deutschlands. Alle waren geprägt von wechselseitigem Misstrauen, und alle stellten direkt oder indirekt Bezüge zur räumlichen, symbolischen und narrativen Komposition des Sowjetischen Ehrenmals her. Die Verwendung von Symbolen und Begriffen diverser Friedensbewegungen und des Antifaschismus gestaltete sich ausgesprochen widersprüchlich. Das Gesamtbild lässt sich am besten über die Metapher der »Bricolage« oder Bastelei erklären: Während in der Bastelkiste grundsätzlich allen die gleichen Diskursschnippsel zur Verfügung standen, griff jede Misstrauensgemeinschaft zu derjenigen Kombinationsmöglichkeit, die ihren eigenen Bedürfnissen am besten entsprach. So konnten aus den Basteleien am Ende widersprüchliche Bedeutungen von »Frieden« oder »Antifaschismus« entstehen.WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (5): Frieden und Antifaschismus als widersprüchliche Bricolagen

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Essay Neostory

Die Misstrauensgemeinschaften von Treptow (1): Eine kosmopolitisierte Assemblage im superdiversen Berlin

Fehlendes Vertrauen kann in Gestalt organisierter Misstrauensgemeinschaften durchaus manifest und sichtbar werden. Ein Paradebeispiel dafür ist die alljährliche Gedenkveranstaltung zum 9. Mai in Berlin-Treptow am Sowjetischen Ehrenmal. Wie in Moskau und anderen postsowjetischen Städten wird an diesem Tag in Treptow der extrem verlustreiche Sieg der Roten Armee in der Schlacht um Berlin über Nazideutschland, die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Berlin-Karlshorst und das Ende des 2. Weltkriegs auf europäischem Boden gefeiert. Zu den Feierlichkeiten erschienen auch in diesem Jahr hier wie an den anderen Ehrenmälern der Stadt Vertreter des offiziellen Russlands, der Botschaften anderer GUS-Staaten und eine breite Palette von individuellen, familiären und politisch organisierten Gruppen, einander teils offen verfeindet. Diese widersprüchliche Mischung aus Mensch und Ort steht in diesem Essay im Mittelpunkt.WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (1): Eine kosmopolitisierte Assemblage im superdiversen Berlin

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Buchtipp Neomotion

Aladin El-Mafaalani: Misstrauensgemeinschaften

Misstrauensgemeinschaften ist ein Begriff, den der Soziologe Aladin El-Mafaalani jüngst geprägt hat. Besonders hochkomplexe Gesellschaften sind auf eine großes Maß von Vertrauen angewiesen, während dieses immer stärker vom Misstrauen verdrängt wird. Zunehmende Kontrollmaßnahmen können Vertrauen funktional nicht ersetzen, wie in einem Umkehrschluss zum Lenin zugeschriebenen Satz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Eher verstärken sie das Misstrauen, dessen Zunahme insgesamt immer wahrscheinlicher werde. Neu an der aktuellen Misstrauenskonjunktur ist, dass sich unter den Misstrauischen Misstrauensgemeinschaften bilden, die durch den Wegfall alter Gatekeeper ein erhöhtes Gefühl von Selbstwirksamkeit spüren. Um diese problematische Entwicklung für demokratische Gemeinwesen geht es in El-Mafaalanis neuem Buch.WeiterlesenAladin El-Mafaalani: Misstrauensgemeinschaften

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Kommentar Neostory

Halabja 1988 und ein deutscher Hip Hop Song von 1997

Wo liegen Sinn und Potenziale – und wo Grenzen und Fallstricke von Popkultur und Social Media als Vehikel für Public History? Ähnliche Fragen habe ich mir am Beispiel des Srebrenica-Genozids und des Genres Film schon öfter gestellt. Heute, am Jahrestag des genozidalen Massakers von Halabja 1988, habe ich mich wieder an einen Hip-Hop-Song der Band Freundeskreis aus dem Jahr 1997 erinnert: »Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte«. Ich hatte damals kaum Wissen über Kurdistan, hörte aber Freundeskreis rauf und runter. Die Band hat es geschafft, dass ich mich fragte, was deutsches Giftgas mit Halabja zu tun hatte.WeiterlesenHalabja 1988 und ein deutscher Hip Hop Song von 1997

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Essay Neopolis

Fehlgeleitete Ideologie (I): Wie wissenschaftsfeindliche Populisten mit viel Gefühl Pseudo-Umwelten herstellen

Wählen benachteiligte Gruppen in demokratischen Gesellschaften ihren eigenen Henker? Sind Menschen fehlgeleitet, wenn sie in vermeintlichen oder echten Krisenzeiten für Populisten stimmen? Anlass gibt es genug, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, auch wenn es in vielen Ländern längst nicht mehr um Wahlen geht, wie am eindrucksvollsten die Verheerungen des Populismus in den USA zeigen. Der Begriff der »fehlgeleiteten Ideologie« bietet sich als eine Möglichkeit an, Erklärungen für den Erfolg von Populisten zu bündeln. Quasi als Gegenteil der viel beschworenen Wissensgesellschaft basieren hohe Zustimmungswerte für Populisten auf der erfolgreichen Konstruktion von »Pseudo-Umwelten«. Das Erfolgsrezept ist ein Cocktail aus Wissenschaftsfeindlichkeit, Vermarktung von Gefühlen auf sozialen Medien und Streuung von populistischem Gegenwissen.WeiterlesenFehlgeleitete Ideologie (I): Wie wissenschaftsfeindliche Populisten mit viel Gefühl Pseudo-Umwelten herstellen

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Neomotion

Ressentiment als protofaschistische Triebfeder bei Eva Illouz und Cynthia Fleury

Emotionen und Affekte bilden Triebfedern des neopopulistischen Progresses weltweit. Wie in der Logik des Geschichtsrevisionismus, wo Gefühle über Fakten herrschen, regiert der Populismus über ein niedertriebiges Affektregister. Ressentiment nimmt dabei eine prominente Stellung ein. Sowohl Eva Illouz als auch Cynthia Fleury tragen in ihren Arbeiten wichtige Erkenntnisse bei zum Verständnis darüber, warum gerade von Ungleichheit gebeutelte Demokratien so anfällig für kollektive Ressentiments sind.WeiterlesenRessentiment als protofaschistische Triebfeder bei Eva Illouz und Cynthia Fleury

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Neostory

Wirklichkeitsbeugung: die Ausladung Omri Boehms durch die Gedenkstätte Buchenwald

Der Philosoph Omri Boehm wird heute also nicht zum Gedenken an den 11. April 1945 in Buchenwald sprechen, das damals von US-Truppen befreit wurde. Die israelische Regierung hat die Gedenkstätte Buchenwald mit dem völlig absurden Vorwurf konfrontiert, Boehm „instrumentalisiere den Holocaust“ und beleidige das Gedenken an die Opfer. In den Social Media wenden viele deutsche…WeiterlesenWirklichkeitsbeugung: die Ausladung Omri Boehms durch die Gedenkstätte Buchenwald

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Neostory

The Past is now – Politics of Denial and Dealing with the Past in the Western Balkans (Perspectives No. 10, May 2023)

Perspectives Southeastern Europe is a publication series of the Southeastern Europe offices of the Heinrich Böll Stiftung. The focus is on Serbia and Bosnia and Herzegovina, where the foundation has established offices. The new volume titeld The Past is now – Politics of Denial and Dealing with the Past in the Western Balkans was just…WeiterlesenThe Past is now – Politics of Denial and Dealing with the Past in the Western Balkans (Perspectives No. 10, May 2023)

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Theorie

Theorien & Methoden (1): Wendezeiten, Regression und Neopopulismus

„Das 20. Jahrhundert, das mit futuristischen Utopien begann, endete in Nostalgie.“

(Svetlana Boym)WeiterlesenTheorien & Methoden (1): Wendezeiten, Regression und Neopopulismus

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Neopolis

Autokratisches Lernen: Parallelen des russischen und türkischen Neopopulismus (Südosteuropa Mitteilungen 5-6/2022)

Dieser Beitrag untersucht Parallelen in der Entwicklung autokratischer Herrschaft in Russland und der Türkei. Anhand der Aktivitäten beider Regime auf dem Westlichen Balkan werden einige der wichtigsten Herausforderungen für die liberale Demokratie aufgezeigt, wobei drei Hauptthesen verfolgt werden: Erstens sind revisionistische, neopopulistische Regime mit den genuinen Interessen der liberalen Demokratie unvereinbar (…)WeiterlesenAutokratisches Lernen: Parallelen des russischen und türkischen Neopopulismus (Südosteuropa Mitteilungen 5-6/2022)

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Neostory

Wladimir Kara-Mursa über Putins Populismus

In diesem Beitrag gehe ich der Frage nach, ob und wann der Zeitpunkt ermittelt werden kann, ab dem neopopulistische Herrschaft eine Schwelle überschreitet, ab der es zu spät sein könnte, ihre inhärente, progressive Dynamik der sich immer weiter steigernden Eskalation aufzuhalten. Hierbei nehme ich die Eskalationen des Putin-Regimes unter die Lupe, indem ich ein äußerst aufschlussreiches Interview mit dem oppositionellen russischen Politiker Wladimir Kara-Mursa aus dem Jahr 2017 analysiere und kommentiere.WeiterlesenWladimir Kara-Mursa über Putins Populismus

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Neostory

Syllabus: Populismus, Revision und Geschichtsrevisionismus in Europa

Über die Lehrveranstaltung Geschichtsrevisionismus ist eine markante diskursive Strategie neopopulistischer Regime, die in den letzten Jahren verstärkt zu beobachten ist. Insbesondere im Krieg des Putin-Regimes gegen die Ukraine wird sie als Legitimationsgrundlage bemüht. Dennoch handelt es sich bei Geschichtsrevisionismus um ein Phänomen, das keineswegs erst im 21. Jahrhundert auftritt: Revisionismus ist so alt wie die…WeiterlesenSyllabus: Populismus, Revision und Geschichtsrevisionismus in Europa