Wie schwer es den meisten Kommentatoren nach wie vor fällt, Eindeutigkeiten bei eindeutigem Namen zu nennen, aber auch ambivalente Komplizenschaften als solche zu dechiffrieren und zu erklären, das zeigt einmal mehr der Raubüberfall des US-Regimes auf das ressourcenreiche Venezuela. Das Land lag bis gestern jahrelang fest im Griff des populistischen Maduro-Regimes. „Frei“ ist Venezuela nun aber nicht — auch wenn willfährige Schönwetterkommentare eine solche Prognose mit geringster Überzeugungskraft zu lavieren versuchen.WeiterlesenReaktionen auf den Raubüberfall des US-Regimes auf Venezuela
Kategorie: Neopolis
Die Beschäftigung mit Baustoffen kann helfen, den Blick für eigentliche, dingliche Fragen zu schärfen. Die nichtdingliche Sphäre scheint gerade Oberhand über das Verständnis materieller Zusammenhänge zu gewinnen, was sich nicht zuletzt in den Grabenkämpfen des politischen Felds eindeutig beobachten lässt. In der Welt der sich polarisierenden, gegeneinander anstreitenden öffentlichen Meinungen läuft es letztlich immer auf eine Entscheidung zwischen Gut oder Schlecht hinaus. In der Frage des Bauens ist es sehr viel komplizierter, einfache Antworten verbitten sich allein angesichts des Stadtbilds, das heute so stark wie noch nie in den vergangenen Jahrzehnten von Armut und Obdachlosigkeit geprägt ist. Für Rechtspopulisten, ihre Nachahmer und Trittbrettfahrer mag es ein leichtes und billiges Spiel sein, mit ein paar gesottenen Sprüchen von den eigentlichen Problemen abzulenken. Für seriöse politische Akteure hingegen stellt kaum ein Thema eine größere Herausforderung dar als das Thema Bauen, sofern sie in der Frage des Rechts auf Wohnraum für Alle ebenso kohärent bleiben wollen wie beim Klimaschutz.WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation: Das Beispiel Zement und Beton
Die Methode der Metaphernanalyse kann uns helfen, die Wechselwirkung zwischen naturräumlichem und sozialem Klima zu verstehen — ob in der longue durée der Entwicklung der Wirtschaftswälder seit dem späten 18. Jahrhundert, oder zum besseren Verständnis aktueller Konfliktthemen. Aufgeladene politische Diskurse können so versachlicht werden, indem die Ebene des Metaphorischen und Uneigentlichen rückübersetzt wird auf das Konkrete — und damit zu dem, worüber wir eigentlich sprechen sollten.WeiterlesenVegetation als politische Metapher (Response Paper IV / Waldendzeit)
Einspruch des Gewissens (2)
Der 15. Mai gilt als Internationaler Tag der Gewissensverweigerung. Auf Deutsch hingegen ist von Kriegsdienstverweigerung die Rede — also von einem Thema, das insbesondere seit dem Ausbruch des zweiten Ukraine-Kriegs und der US-amerikanisch-europäischen Beziehungskrise wieder größere öffentliche Resonanz erfährt. Es geht mir jedoch nicht in erster Linie um die Wehrpflicht, sondern um die Pflicht und das Recht der Gewissensbefragung angesichts der deutsch-israelisch-palästinensischen Beziehungen — sofern das Problem damit überhaupt angemessen benannt ist.WeiterlesenEinspruch des Gewissens (2)
Nach dem sechsteiligen Podcast „Die Peter Thiel Story“ frage ich mich in diesem Beitrag, was mit dem Mythos großer Intelligenz, mit der späten Enzauberung des Silicon Valleys als Hort der Freiheit sowie der Rolle pseudoreligiöser Kategorien im neopopulistischen, oligarchischen und destruktiven Geleit auf geopolitischer Bühne anzufangen ist. Am Ende bleiben zwei offene Fragen: Wie sollten liberale, prodemokratische Verfechter universeller Menschenrechte mit Religion umgehen? Wie kann es gelingen, die Wirkmächtigkeit metaphysischer Kategorien dem neurechten, illiberalen Handlungsraum effektiver als bisher zu entkoppeln?WeiterlesenResponse Paper: Die Peter Thiel Story (Podcast)
Papa-Oligarch und Bro-Oligarch
Donald Trump und Elon Musk liegen über Kreuz. Wie undenkbar ist ein russisches Szenario in den USA, das in einer kriminalisierenden, exekutiven Lösung der Konkurrenz bestünde?WeiterlesenPapa-Oligarch und Bro-Oligarch
In diesem Abschnitt will ich die Hauptunterschiede und Merkmale der Wald- und Forsttypen Altersklassenwald, Plenterwald und Dauerwald herausarbeiten — angefangen bei den problematischen Übertragungen aus der Agrar- in die Forstwissenschaft. Wie die knappe Rückschau auf das schon seit über 100 Jahren bestehende Konzept der Dauerwaldidee Alfred Möllers zeigt, tragen unsere Wirtschaftsforste besonders unter den heutigen Bedingungen und Kalamitäten an den Folgen dieser Fehlübertragungen. Höchste Zeit, vom Prinzip der „Holzäcker“ wegzukommen.WeiterlesenAltersklassenwald, Plenterwald, Dauerwald: zu echten Alternativen (Response Paper III / Waldendzeit)
Im vorangegangenen Response Paper zu Wilhelm Bodes Waldendzeit habe ich bereits viele zentrale Aspekte angesprochen, die in diesem zweiten Teil noch einmal an einigen Stellen vertieft werden sollen. In Abschnitt 2 werde ich auf das Problem falsch verstandener Waldliebe eingehen, das Bode an mehreren Stellen aufgreift und kritisiert. Dazu gehören auch Forderungen nach Renaturierung des…WeiterlesenWaldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil II)
Die Wälder und Forste Mitteleuropas sind so bedroht wie noch nie. Wilhelm Bode fordert in seinem Essay „Waldendzeit“ (2024) deswegen eine „kopernikanische Wende der Forstwirtschaft“ und der Waldbauwissenschaft — und zwar sofort. Mit dem Konzept der Dauerwaldwirtschaft Alfred Möllers aus den 1920er Jahren schlägt er eine sehr konkrete Alternative zu den bestehenden Altersklassenwäldern vor. Besonders interessant ist der Essay durch seine Zugänge zur Kunstgeschichte und verbreitete Waldbilder seit der Romantik und darüber hinaus.WeiterlesenWaldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil I)
Muss man angesichts der erschütternden, wenn auch wenig überraschenden Wahlergebnisse in den USA an diesem 6. November 2024 sofort etwas dazu kommentieren? Was hatte man 2016 noch dazu kommentiert? Was waren die viel zitierten „Lehren“? Egal, was es war — gebracht hat es anscheinend wenig. Vielleicht wurden die falschen Fragen gestellt. WeiterlesenPrompte Gedanken zur Vertrumpung
Um zu möglichen Lösungen der bosnischen Stabilokratie zu gelangen, muss zuvor noch auf ihre Vorgeschichte sowie ihre Genese in Krieg und Nachkrieg eingegangen werden. Eine wesentliche Rolle im bosnischen Haus in der Stabilokratie spielen alte und neue ‚internacionalci‘. WeiterlesenDas bosnische Haus in der Stabilokratie (2): alte und neue Internacionalci
In diesem Beitrag reflektiere ich im Nachtrag zur zweiten Bildungsreise „Auf den Spuren der jugoslawischen Partisan:innen“ Ende Juni 2024 über den Zustand und die Metapher des bosnischen Hauses, das gleichzeitig eine Schau auf das europäische Haus beinhaltet.WeiterlesenDas bosnische Haus in der Stabilokratie (1): Baustellen Europas
Im zweiten Beitrag zu Boehms Argument für einen radikalen Universalismus werde ich hinterfragen, inwieweit es über eine erneute Gewichtung des kantischen Prinzips der absoluten Würde aller Menschen gelingen kann, die Demokratie gegen den Neopopulismus zu verteidigen. Im Argument gegen Identitätspolitik will ich am Ende versuchen, zu einer Synthese zu gelangen: einem Dritten Weg, der auf dem humanistischen Universalismus aufbaut, ihn aber um eine lebensweltliche Komponente erweitertWeiterlesenResponse Paper II: Über die Dekonstruktion von Identitätspolitik zu einem Dritten Weg?
In diesem ersten Response Paper zu Omri Boehms ‚Radikaler Universalismus: Jenseits von Identität‘ diskutiere ich den Konflikt zwischen kleinteiligem Denken in der Box, wie man das Identitätsparadigma auch bezeichnen könnte, und dem Bedarf nach Universalismus, um die Polykrise bzw. Meta-Katastrophe begrifflich und gedanklich bewältigen zu können. WeiterlesenResponse Paper I: Omri Boehm / Denken in der Box vs. Radikaler Universalismus
Während die spannungsgeladene Atmosphäre rund um die Wahlen im Mai inzwischen merklich heruntergekühlt ist, fragt dieser Beitrag noch einmal nach der bleibenden Bedeutung des Wahlverlaufs und seiner Ergebnisse. Dabei wird eine seltener beschriebene Perspektive auf die neopopulistischen Aspekte der Wahlen eingenommen: Alle türkischen Wahlkämpfe der letzten Jahre wurden nicht nur in der Türkei ausgetragen, sondern auch auf dem Balkan, in Deutschland, in den Niederlanden, den USA und weiteren Bühnen. Damit nimmt die Entwicklung in der Türkei auch Einfluss auf die Bildung öffentlicher Meinungen und Haltungen zu Demokratie in den genannten Ländern und ihren Gesellschaften. Wie auch in anderen neopopulistischen Dynamiken kommt es zu einer Weitung und Veränderung des Diskursraums.WeiterlesenDer Nachhall der türkischen Präsidentschaftswahlen 2023 in Berlin
Obwohl dieses Forschungsprojekt keine Studie des Klimawandels an sich ist, nimmt die Perspektive des Projekts die naturräumlichen Veränderungen als mehr als eine Begleiterscheinung wahr: aufgrund der Singularität und des schieren Ausmaßes der progressiven Klimakatastrophe muss von einer epochalen Wende hin zu einem neuen Zeitalter die Rede sein (Benner/Lax/Crutzen†/Pöschl/Lelieveld/Brauch 2021; Mauelshagen 2012; Bubenzer/Gebhardt/Keppler 2019; Pyritz &…WeiterlesenMeta-Katastrophe Klima und Neopopulismus
In Europa und weltweit geht es aus klimatischer Sicht in diesem Juli 2023 vor allem heiß her — und in politischer und touristischer Hinsicht drunter und drüber. Mit einer globalen Durchschnittstemperatur von sensationellen 17 Grad Celsius war es noch nie so heiß wie in diesem Jahr. Die Werte des Südwinters, der Antarktis und der Arktis sind darin schon eingerechnet und nehmen dieser Temperatur jede Milde. Doch wie so oft zählt am stärksten der subjektive Eindruck — und je nach Standort kann dieser unterschiedlich ausfallen. Weiterlesen„Aufgeheiztes Klima“: der Diskurs über Erderwärmung, europäischen Tourismus und Migration
Zusammenfassung: Der Gegenstand dieser Dissertationsschrift ist eine diskursive Wende in Südosteuropa und Anatolien, die zugleich Teil der größeren, geopolitischen und medialen Wende ab Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre ist. Diese ist im regionalen Kontext besonders von drei Entwicklungen markiert: erstens durch den jugoslawischen Staatszerfall und insbesondere den Bosnienkrieg von 1992-1995, der von…WeiterlesenBosnien und die Türkei: Die Verdichtung einer kommunikativen Figuration und die Wende der öffentlichen Meinungen seit 1992
Keywords Neo-Populism; Populism; City Diplomacy; Turkey; Bosnia; Public Diplomacy; Sibling Cities Recommended form of citation Schad, Thomas. (2021) Illiberal city diplomacy: Turkish-Bosnian sibling cities and the unfolding of cross-border neo-populism, Inkubator Metamorph, 31 July. Available at: https://thomasschad.wordpress.com/2021/06/22/public-diplomacy-can-networks-of-local-governments-challenge-the-rise-of-cross-border-neo-populism/ (Accessed: Date of access). Table of contents 1. Introduction: Can networks of local governments challenge the rise of cross-border…WeiterlesenIlliberal city diplomacy: Turkish-Bosnian sibling cities and the unfolding of cross-border neo-populism
Der Artikel Autokratisches Lernen: Parallelen des russischen und türkischen Neopopulismus in den Südosteuropa Mitteilungen (5-6/2022) hat Wiederhall in der bulgarischen Presse gefunden. Die Journalistin Diana Ivanova hat Teile des Textes ins Bulgarische übersetzt und darüber einen Beitrag für Svobodna Evropa (Свободна Европа / Radio Free Europe / Bulgarien) verfasst, der am 23.12.2022 veröffentlicht wurde. Der…WeiterlesenArtikel über Neopopulismus in Radio Free Europe Bulgarien


















