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Essay Neostory

Die Misstrauensgemeinschaften von Treptow (3): Die zentrale Dramaturgie der Verdrängung des Todes

Meistens bietet sich die Treptower Anlage den versprenkelten Besuchern als gepflegter, sauberer Ort dar. Das Ehrenmal strahlt durch seine imposante Architektur, die heroische Symbolik und die lebendige Vegetationsmetaphorik zu jeder Jahreszeit eine monumentale Ruhe aus. Irritierend wirkt auf viele Besucher die mindestens sechzehnfache, unkommentierte Verbrämung Josef Stalins in kyrillischer und lateinischer Goldschrift auf jedem einzelnen der narrativ bebilderten Steinsarkophage. »So sehen wir uns heute mit dem einzigartigen Umstand konfrontiert, mitten in Berlin einem stalinistisch geprägten Gesamtkunstwerk in Reinform gegenüberzustehen.« (Peter Fibich)WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (3): Die zentrale Dramaturgie der Verdrängung des Todes

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Essay Neostory

Die Misstrauensgemeinschaften von Treptow (1): Eine kosmopolitisierte Assemblage im superdiversen Berlin

Fehlendes Vertrauen kann in Gestalt organisierter Misstrauensgemeinschaften durchaus manifest und sichtbar werden. Ein Paradebeispiel dafür ist die alljährliche Gedenkveranstaltung zum 9. Mai in Berlin-Treptow am Sowjetischen Ehrenmal. Wie in Moskau und anderen postsowjetischen Städten wird an diesem Tag in Treptow der extrem verlustreiche Sieg der Roten Armee in der Schlacht um Berlin über Nazideutschland, die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Berlin-Karlshorst und das Ende des 2. Weltkriegs auf europäischem Boden gefeiert. Zu den Feierlichkeiten erschienen auch in diesem Jahr hier wie an den anderen Ehrenmälern der Stadt Vertreter des offiziellen Russlands, der Botschaften anderer GUS-Staaten und eine breite Palette von individuellen, familiären und politisch organisierten Gruppen, einander teils offen verfeindet. Diese widersprüchliche Mischung aus Mensch und Ort steht in diesem Essay im Mittelpunkt.WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (1): Eine kosmopolitisierte Assemblage im superdiversen Berlin

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Essay Neopolis

Fehlgeleitete Ideologie (I): Wie wissenschaftsfeindliche Populisten mit viel Gefühl Pseudo-Umwelten herstellen

Wählen benachteiligte Gruppen in demokratischen Gesellschaften ihren eigenen Henker? Sind Menschen fehlgeleitet, wenn sie in vermeintlichen oder echten Krisenzeiten für Populisten stimmen? Anlass gibt es genug, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, auch wenn es in vielen Ländern längst nicht mehr um Wahlen geht, wie am eindrucksvollsten die Verheerungen des Populismus in den USA zeigen. Der Begriff der »fehlgeleiteten Ideologie« bietet sich als eine Möglichkeit an, Erklärungen für den Erfolg von Populisten zu bündeln. Quasi als Gegenteil der viel beschworenen Wissensgesellschaft basieren hohe Zustimmungswerte für Populisten auf der erfolgreichen Konstruktion von »Pseudo-Umwelten«. Das Erfolgsrezept ist ein Cocktail aus Wissenschaftsfeindlichkeit, Vermarktung von Gefühlen auf sozialen Medien und Streuung von populistischem Gegenwissen.WeiterlesenFehlgeleitete Ideologie (I): Wie wissenschaftsfeindliche Populisten mit viel Gefühl Pseudo-Umwelten herstellen

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Neopolis

Einspruch des Gewissens (2)

Der 15. Mai gilt als Internationaler Tag der Gewissensverweigerung. Auf Deutsch hingegen ist von Kriegsdienstverweigerung die Rede — also von einem Thema, das insbesondere seit dem Ausbruch des zweiten Ukraine-Kriegs und der US-amerikanisch-europäischen Beziehungskrise wieder größere öffentliche Resonanz erfährt. Es geht mir jedoch nicht in erster Linie um die Wehrpflicht, sondern um die Pflicht und das Recht der Gewissensbefragung angesichts der deutsch-israelisch-palästinensischen Beziehungen — sofern das Problem damit überhaupt angemessen benannt ist.WeiterlesenEinspruch des Gewissens (2)

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Neostory

Selektive Solidarität: Deutschland, Israel und die Palästinenser

Der weltweit zu beobachtende, autokratische Progress ist begleitet von Gewalt und Kriegen, wie auch das Beispiel Israel-Palästina zeigt. Deutschland ist in die Geschehnisse zutiefst involviert, hat die Unterstützung Israels zur „Staatsräson“ erklärt – und steht aufgrund der mangelnden Solidarität mit palästinensischen Opfern in der Kritik. In den folgenden Beiträgen nähere ich mich der historischen Gewordenheit des Begriffs der Staatsräson an und gehe im ersten Schritt auf die Problematik der selektiven Solidarität ein, die ich für das Neopopulismus-Projekt zuvor schon an anderen Beispielen beschrieben habe. WeiterlesenSelektive Solidarität: Deutschland, Israel und die Palästinenser

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Kränkung und Identität Neomotion

Essay: Identity in the doghouse (II)

Ein Grundproblem des Diskurses über Identitätspolitik im Zusammenhang mit dem Nahostkrieg liegt dort begraben, wo die Kritik am Identitarismus der Anderen aufhört, aber die Selbstkritik am eigenen Bestreben nach Selbstvergewisserung nie beginnt. Im Wort Selbstvergewisserung steckt zum Einen das ‚Selbst‘, was den Kern von Identität berührt, andererseits auch das ‚Gewissen‘. Teil II des Essays über Identitätspolitik.WeiterlesenEssay: Identity in the doghouse (II)

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Kränkung und Identität Neomotion

Essay: Identity in the doghouse (I)

In diesem Essay setze ich mich mit der Komplizenschaft linker und rechter Bezüge auf Identität und Identitätspolitik auseinander, deren Gemeinsamkeit darin besteht, Universalismus und damit auch das Postulat universeller Menschenrechte zu dekonstruieren. Diese Auseinandersetzung ist vor dem Hintergrund der diskursiven Verzerrungen nach dem 7. Oktober 2023 gewachsen. Hier kommt Teil I des Essays.WeiterlesenEssay: Identity in the doghouse (I)

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Neostory

Syllabus: Populismus, Revision und Geschichtsrevisionismus in Europa

Über die Lehrveranstaltung Geschichtsrevisionismus ist eine markante diskursive Strategie neopopulistischer Regime, die in den letzten Jahren verstärkt zu beobachten ist. Insbesondere im Krieg des Putin-Regimes gegen die Ukraine wird sie als Legitimationsgrundlage bemüht. Dennoch handelt es sich bei Geschichtsrevisionismus um ein Phänomen, das keineswegs erst im 21. Jahrhundert auftritt: Revisionismus ist so alt wie die…WeiterlesenSyllabus: Populismus, Revision und Geschichtsrevisionismus in Europa