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Essay Neopolis

Die zwei Leben des Anthropozäns (1)

Das Kofferwort Anthropozän taucht immer wieder auf, wenn es um den besorgniserregenden Zustand des Planeten Erde als Ergebnis menschlichen Handelns geht: Klimawandel, Wasserbankrott, Artensterben, eine Kaskade von Umweltkatastrophen, aktuelle und drohende Klimakriege. Die Meinungen über den Begriff sind indes geteilt. Wie der Historiker Dipesh Chakrabarty resümiert, hat der Begriff Anthropozän „zwei Leben“: eines in den Erdsystemwissenschaften, ein anderes in den Sozialwissenschaften. Im ersten Teil dieser Diskursübersicht geht es um die Geowissenschaften, wo der Begriff zuletzt 2024 keinen Konsens fand – ohne die Argumente an sich zu diskreditieren. WeiterlesenDie zwei Leben des Anthropozäns (1)

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Vegetation als politische Metapher (Response Paper Teil IV)

Die Methode der Metaphernanalyse kann uns helfen, die Wechselwirkung zwischen naturräumlichem und sozialem Klima zu verstehen — ob in der longue durée der Entwicklung der Wirtschaftswälder seit dem späten 18. Jahrhundert, oder zum besseren Verständnis aktueller Konfliktthemen. Aufgeladene politische Diskurse können so versachlicht werden, indem die Ebene des Metaphorischen und Uneigentlichen rückübersetzt wird auf das Konkrete — und damit zu dem, worüber wir eigentlich sprechen sollten.WeiterlesenVegetation als politische Metapher (Response Paper Teil IV)

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Altersklassenwald, Plenterwald, Dauerwald: zu echten Alternativen (Response Paper, Teil III)

In diesem Abschnitt will ich die Hauptunterschiede und Merkmale der Wald- und Forsttypen Altersklassenwald, Plenterwald und Dauerwald herausarbeiten — angefangen bei den problematischen Übertragungen aus der Agrar- in die Forstwissenschaft. Wie die knappe Rückschau auf das schon seit über 100 Jahren bestehende Konzept der Dauerwaldidee Alfred Möllers zeigt, tragen unsere Wirtschaftsforste besonders unter den heutigen Bedingungen und Kalamitäten an den Folgen dieser Fehlübertragungen. Höchste Zeit, vom Prinzip der „Holzäcker“ wegzukommen.WeiterlesenAltersklassenwald, Plenterwald, Dauerwald: zu echten Alternativen (Response Paper, Teil III)

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Waldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil II)

Im vorangegangenen Response Paper zu Wilhelm Bodes Waldendzeit habe ich bereits viele zentrale Aspekte angesprochen, die in diesem zweiten Teil noch einmal an einigen Stellen vertieft werden sollen. In Abschnitt 2 werde ich auf das Problem falsch verstandener Waldliebe eingehen, das Bode an mehreren Stellen aufgreift und kritisiert. Dazu gehören auch Forderungen nach Renaturierung des…WeiterlesenWaldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil II)

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Waldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil I)

Die Wälder und Forste Mitteleuropas sind so bedroht wie noch nie. Wilhelm Bode fordert in seinem Essay „Waldendzeit“ (2024) deswegen eine „kopernikanische Wende der Forstwirtschaft“ und der Waldbauwissenschaft — und zwar sofort. Mit dem Konzept der Dauerwaldwirtschaft Alfred Möllers aus den 1920er Jahren schlägt er eine sehr konkrete Alternative zu den bestehenden Altersklassenwäldern vor. Besonders interessant ist der Essay durch seine Zugänge zur Kunstgeschichte und verbreitete Waldbilder seit der Romantik und darüber hinaus.WeiterlesenWaldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil I)