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Die vier Säulen der fossilen Zivilisation (1): Vom Pantheon zum Plattenbau

Im Alltag sind wir ständig von Zement und Beton umgeben, die meisten von uns wohnen in Gebäuden aus diesen Baustoffen. Sie machen den schwersten Teil unserer sogenannten »anthropogenen Masse« aus – ohne, dass uns das ständig bewusst ist. Zement war in einer frühen Version schon den Römern bekannt, die aus dem Opus Caementitium unter anderem das Pantheon errichtet haben. Doch die Grundstoffe, aus denen Zement erst produziert werden muss, haben eine noch sehr viel ältere Geschichte, die unter anderem in Rüdersdorf bei Berlin zu Tage treten. Wer sich mit der Geschichte des Anthropozäns beschäftigen will, muss eigentlich bis ins Erdmittelalter zurückgehen.WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation (1): Vom Pantheon zum Plattenbau

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Die vier Säulen der fossilen Zivilisation: Das Beispiel Zement und Beton

Die Beschäftigung mit Baustoffen kann helfen, den Blick für eigentliche, dingliche Fragen zu schärfen. Die nichtdingliche Sphäre scheint gerade die Oberhand über das Verständnis materieller Zusammenhänge zu gewinnen, was sich nicht zuletzt in den Grabenkämpfen des politischen Felds eindeutig beobachten lässt. In der Welt der polarisierten öffentlichen Meinungen läuft es immer auf eine Entscheidung zwischen Richtig/Gut oder Falsch/Schlecht hinaus. In der Frage des Bauens ist es sehr viel komplizierter, gleichzeitig ist kaum ein Thema relevanter. Einfache Antworten verbitten sich allein angesichts der zunehmenden Obdachlosigkeit und baufälliger Infrastruktur. Für Rechtspopulisten, ihre Nachahmer und Trittbrettfahrer mag es ein leichtes und billiges Spiel sein, mit ein paar gesottenen Sprüchen von den eigentlichen Problemen abzulenken. Für seriöse Akteure stellt hingegen kaum ein Thema eine größere Herausforderung dar als das Thema des Bauens und der Baustoffe im Anthropozän.WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation: Das Beispiel Zement und Beton

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Waldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil II)

Im vorangegangenen Response Paper zu Wilhelm Bodes Waldendzeit habe ich bereits viele zentrale Aspekte angesprochen, die in diesem zweiten Teil noch einmal an einigen Stellen vertieft werden sollen. In Abschnitt 2 werde ich auf das Problem falsch verstandener Waldliebe eingehen, das Bode an mehreren Stellen aufgreift und kritisiert. Dazu gehören auch Forderungen nach Renaturierung des…WeiterlesenWaldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil II)

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Waldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil I)

Die Wälder und Forste Mitteleuropas sind so bedroht wie noch nie. Wilhelm Bode fordert in seinem Essay „Waldendzeit“ (2024) deswegen eine „kopernikanische Wende der Forstwirtschaft“ und der Waldbauwissenschaft — und zwar sofort. Mit dem Konzept der Dauerwaldwirtschaft Alfred Möllers aus den 1920er Jahren schlägt er eine sehr konkrete Alternative zu den bestehenden Altersklassenwäldern vor. Besonders interessant ist der Essay durch seine Zugänge zur Kunstgeschichte und verbreitete Waldbilder seit der Romantik und darüber hinaus.WeiterlesenWaldendzeit von Wilhelm Bode (Response Paper, Teil I)