Im ersten Teil dieser dreiteiligen Blog-Reihe skizziere ich die Relevanz des Themas Bauens mit Zement im Anthropozän. Ich gehe von einer im Mai vorgestellten Studie über Kosten, Schäden und Alternativen der Zementproduktion der Rosa-Luxemburg-Stiftung aus und diskutiere über die Bedeutung der Baubranche im Kontext von Neopopulismus und demokratischer Teilhabe. In den nächsten Teilen geht es um konkrete Beispiele von Bullshit-Buildings in Berlin.WeiterlesenBauen, Bullshit, Berlin (1): Über Zementproduktion im Anthropozän
Schlagwort: Misstrauen
Im siebten Beitrag der Serie über die Assemblage von Misstrauensgemeinschaften am 9. Mai 2026 in Treptow betrachte ich drei Gruppen: das BSW, die Verschwörungsideologen staatenlos.info und zwei Vereine, die sich der deutsch-russischen Freundschaft verschrieben haben. Eine pro-russische Position im Sinn des Kremls zählt in je unterschiedlichem Maß zu ihren »Betriebseinstellungen«. WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (7): Default für Russland
Haargenau ein Jahr vor der beispiellosen Hitzewelle in Europa hat die AfD zwei Gesetzesentwürfe in den Deutschen Bundestag eingebracht, die forderten, alle Maßnahmen zu stoppen oder rückgängig zu machen, die den Folgen des anthropogenen Klimawandels Rechnung tragen. Stattdessen soll wieder billiges Gas aus Russland kommen, weshalb die AfD als wichtigste kremlnahe Partei Deutschlands gilt. Trotzdem ließ sich die Partei am 9. Mai nicht am Sowjetischen Ehrenmal blicken: Zur Schlacht um Berlin und zum Zweiten Weltkrieg insgesamt werden in der rechtspopulistischen Partei diametral andere Ansichten gepflegt als in Moskau. Über die Widersprüche einer angeblich »ostdeutschen Partei« – im sechsten Teil des Essays über neopopulistische Misstrauensgemeinschaften.WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (6): Die abwesende AfD zwischen Klimawandelfolgenleugnung, Revisionismus und Russland
Alle Teilnehmer der Fest-Assemblage waren informiert durch Akteure außerhalb Deutschlands. Alle waren geprägt von wechselseitigem Misstrauen, und alle stellten direkt oder indirekt Bezüge zur räumlichen, symbolischen und narrativen Komposition des Sowjetischen Ehrenmals her. Die Verwendung von Symbolen und Begriffen diverser Friedensbewegungen und des Antifaschismus gestaltete sich ausgesprochen widersprüchlich. Das Gesamtbild lässt sich am besten über die Metapher der »Bricolage« oder Bastelei erklären: Während in der Bastelkiste grundsätzlich allen die gleichen Diskursschnippsel zur Verfügung standen, griff jede Misstrauensgemeinschaft zu derjenigen Kombinationsmöglichkeit, die ihren eigenen Bedürfnissen am besten entsprach. So konnten aus den Basteleien am Ende widersprüchliche Bedeutungen von »Frieden« oder »Antifaschismus« entstehen.WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (5): Frieden und Antifaschismus als widersprüchliche Bricolagen
Fehlendes Vertrauen kann in Gestalt organisierter Misstrauensgemeinschaften durchaus manifest und sichtbar werden. Ein Paradebeispiel dafür ist die alljährliche Gedenkveranstaltung zum 9. Mai in Berlin-Treptow am Sowjetischen Ehrenmal. Wie in Moskau und anderen postsowjetischen Städten wird an diesem Tag in Treptow der extrem verlustreiche Sieg der Roten Armee in der Schlacht um Berlin über Nazideutschland, die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Berlin-Karlshorst und das Ende des 2. Weltkriegs auf europäischem Boden gefeiert. Zu den Feierlichkeiten erschienen auch in diesem Jahr hier wie an den anderen Ehrenmälern der Stadt Vertreter des offiziellen Russlands, der Botschaften anderer GUS-Staaten und eine breite Palette von individuellen, familiären und politisch organisierten Gruppen, einander teils offen verfeindet. Diese widersprüchliche Mischung aus Mensch und Ort steht in diesem Essay im Mittelpunkt.WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (1): Eine kosmopolitisierte Assemblage im superdiversen Berlin
Misstrauensgemeinschaften ist ein Begriff, den der Soziologe Aladin El-Mafaalani jüngst geprägt hat. Besonders hochkomplexe Gesellschaften sind auf eine großes Maß von Vertrauen angewiesen, während dieses immer stärker vom Misstrauen verdrängt wird. Zunehmende Kontrollmaßnahmen können Vertrauen funktional nicht ersetzen, wie in einem Umkehrschluss zum Lenin zugeschriebenen Satz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Eher verstärken sie das Misstrauen, dessen Zunahme insgesamt immer wahrscheinlicher werde. Neu an der aktuellen Misstrauenskonjunktur ist, dass sich unter den Misstrauischen Misstrauensgemeinschaften bilden, die durch den Wegfall alter Gatekeeper ein erhöhtes Gefühl von Selbstwirksamkeit spüren. Um diese problematische Entwicklung für demokratische Gemeinwesen geht es in El-Mafaalanis neuem Buch.WeiterlesenAladin El-Mafaalani: Misstrauensgemeinschaften





