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Buchtipp Neopolis

Donna Haraway: Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän

Der Begriff Anthropozän navigiert seit der Jahrtausendwende, ausgehend von der Geologie, durch die wissenschaftliche Öffentlichkeit. Obwohl es weder in seiner Herkuftsdomäne noch in anderen Disziplinen unumstritten ist, hat das Anthropozän inzwischen weite Verbreitung gefunden. Überall bietet es sich als neuer Epochenbegriff an, der endlich alles zu erfassen vermag, was mit dem menschengemachten Klimawandel zu tun hat. Interdisziplinäre Wissenschaftler:innen begegnen ihm mit Skepsis, gar Ablehnung: Wieder einmal wird der namensgebende Mensch (anthropos) zu stark ins Zentrum von Terra gerückt, so die Kritik. Wer diese gut nachvollziehbaren Einwände besser verstehen will und neugierig auf alternative Vorschläge ist, findet in Donna Haraways Buch »Unruhig bleiben: Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän« eine unverzichtbare Referenzquelle.WeiterlesenDonna Haraway: Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän

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Neopolis Publikationen

Iran: Der mächtigste Feind des Mullah-Regimes sind nicht die USA

Dieser Text wurde im Open Source Format der »Berliner Zeitung« veröffentlicht und folgt einem vorher (26.02.2026) auf Englisch in »The Amargi« veröffentlichten Beitrag. Während die ganze Welt kurz vor den Luftangriffen der USA und Israels auf Iran über die Resilienz des dortigen Regimes spekulierte, erörterte ich die Frage, warum der besorgniserregende Grundwasserbankrott zwischen Zagros und Chorasan gar nicht in die Diskussionen einbezogen wird. Dabei ist die Grundwasserfrage eine der fundamentalsten Fragen für jedes politische Gemeinwesen, besonders in ariden Gebieten. Deswegen handelt es sich hierbei um einen »blinden Fleck« in der Resilienzdebatte, wie ich argumentiere. Ist das islamistische Regime im Iran reif für den Sturz? Ja, glauben die Frauen und Männer in der iranischen Diaspora. Trotz der unaussprechlichen Gräueltaten, die die Revolutionsgarde im Januar begangen hat, halten sie an dieser Hoffnung fest. WeiterlesenIran: Der mächtigste Feind des Mullah-Regimes sind nicht die USA

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Neopolis Publikationen

Freshwater Bankruptcy as the Blind Spot in Iran Forecasts

This text was originally published by The Amargi on 26 February 2026. In the text, I argue that freshwater bankruptcy is a missing variable in manifold forecasts about the Islamic Republic’s stability. Geopolitics and repression matter, but so do aquifers, seasons, and decades of water mismanagement that have turned potable water into a strategic limit on daily life. Is the Islamist regime of Iran ripe for fall? Many voices in the Iranian diaspora firmly stand to this prospect, despite the unspeakable atrocities committed by the IRGC in January. As a German-Iranian activist recently put it (shared in a video on Instagram), the regime “will not live to see next year”, pointing to the Iranian New Year (Nowruz) on March 20-21. Spring is an important reminder that the regime’s fate has more to do with weather and seasons than widespread (geo-)political forecasts may suggest. The impact of climate change on current developments is treated largely as a blind spot, yet climate distress and Iran’s water bankruptcy are the primary reasons why the Iranian regime is, in effect, unsustainable.WeiterlesenFreshwater Bankruptcy as the Blind Spot in Iran Forecasts

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Neopolis

Vom Holocaust zu den Aporien der Außenpolitik: Warum Arendts »Recht, Rechte zu haben« heute Einspruch verlangt

Heute ist der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee. Zum Glück, so muss man angesichts der Absonderlichkeiten unserer Gegenwart hinzufügen, ist heute mit einer Kaskade von Wortmeldungen und Erinnerungsappellen an die Terrorherrschaft der Nazis und den ersten industriell verübten Völkermord der Geschichte zu rechnen. Ich vertraue darauf, dass…WeiterlesenVom Holocaust zu den Aporien der Außenpolitik: Warum Arendts »Recht, Rechte zu haben« heute Einspruch verlangt

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Neomotion

Response Paper: Liebe! Ein Aufruf (Daniel Schreiber)

Daniel Schreiber hat es wieder einmal geschafft: In gewohntem Duktus und nur zwei Jahre nach seinem letzten Buch »Allein« hat er seinen neuen Personal Essay »Liebe! Ein Aufruf« veröffentlicht. Er verfolgt damit ein großes Ziel: Er will Licht und Hoffnung für die auf verfahrene Weise niedertriebige Dynamik in liberalen Demokratien stiften. Ich muss wohl kaum eigens begründen, warum dies gerade in diesen lichtarmen Tagen von besonders großem Wert ist. Ob es ihm gelingt, diesem Treiben ausgerechnet mit Liebe etwas entgegenzusetzen?WeiterlesenResponse Paper: Liebe! Ein Aufruf (Daniel Schreiber)

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Neopolis

Response Paper: Die Peter Thiel Story (Podcast)

Nach dem sechsteiligen Podcast „Die Peter Thiel Story“ frage ich mich in diesem Beitrag, was mit dem Mythos großer Intelligenz, mit der späten Enzauberung des Silicon Valleys als Hort der Freiheit sowie der Rolle pseudoreligiöser Kategorien im neopopulistischen, oligarchischen und destruktiven Geleit auf geopolitischer Bühne anzufangen ist. Am Ende bleiben zwei offene Fragen: Wie sollten liberale, prodemokratische Verfechter universeller Menschenrechte mit Religion umgehen? Wie kann es gelingen, die Wirkmächtigkeit metaphysischer Kategorien dem neurechten, illiberalen Handlungsraum effektiver als bisher zu entkoppeln?WeiterlesenResponse Paper: Die Peter Thiel Story (Podcast)