Kategorien
Essay Neostory

Die Misstrauensgemeinschaften von Treptow (3): Die zentrale Dramaturgie der Verdrängung des Todes

Meistens bietet sich die Treptower Anlage den versprenkelten Besuchern als gepflegter, sauberer Ort dar. Das Ehrenmal strahlt durch seine imposante Architektur, die heroische Symbolik und die lebendige Vegetationsmetaphorik zu jeder Jahreszeit eine monumentale Ruhe aus. Irritierend wirkt auf viele Besucher die mindestens sechzehnfache, unkommentierte Verbrämung Josef Stalins in kyrillischer und lateinischer Goldschrift auf jedem einzelnen der narrativ bebilderten Steinsarkophage. »So sehen wir uns heute mit dem einzigartigen Umstand konfrontiert, mitten in Berlin einem stalinistisch geprägten Gesamtkunstwerk in Reinform gegenüberzustehen.« (Peter Fibich)WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (3): Die zentrale Dramaturgie der Verdrängung des Todes

Kategorien
Essay Neostory

Die Misstrauensgemeinschaften von Treptow (2): Zwischen alten und neuen Kriegen

Der historischen Schlacht um Berlin und der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht in den späten Abendstunden des 8. Mai 1945 zu gedenken zieht im Berliner Gefüge weitere Systemfragen nach sich. Diese hängen eng mit der deutschen Teilung 1945-1990 und der Wiedervereinigung der beiden Deutschlands und Berliner Stadthälften zusammen, was sich auch an der großen Bedeutung des Treptower Ehrenmals im Vergleich zu den anderen beiden Ehrenmalen der Stadt ablesen lässt. Seit Eröffnung des im sowjetischen Sektor gelegenen Ehrenmals am 9. Mai 1949 fanden in Treptow Gedenkzeremonien der Sowjets und der DDR statt. Das zuerst entstandene Denkmal in Tiergarten verlor durch die Teilung der Stadt an Bedeutung, weil während des Kalten Krieges Bürger aus Ostberlin sowie die meisten Sowjetbürger nur in Ausnahmefällen nach Westberlin reisen durften.WeiterlesenDie Misstrauensgemeinschaften von Treptow (2): Zwischen alten und neuen Kriegen