Bauen und die Gestaltung von Städten ist ein komplexes Thema. Wie die Diskussion über die »Bullshit-Buildings« zeigt, wurde der Aspekt der CO2-Emissionen bei der Produktion von Baustoffen lange ausgeblendet. Doch auch Dimensionen, Proportionen und Wahrnehmungsfragen spielen weiterhin eine Rolle, die darüber mitentscheidet, wie lebenswert oder abweisend unsere Städte sind. Ein Standardwerk dazu ist das Buch »Städte für Menschen« von Jan Gehl.WeiterlesenJan Gehl: Städte für Menschen
Schlagwort: Baustoffe
Bullshit-Architektur hebt einen Aspekt hervor, der in der früheren Architekturkritik und Stadtsoziologie nicht so radikal vertreten wurde: Neue Gebäude können hochwertig, aber sinnlos und sogar schädlich sein. Das hat wiederum mit der Zementbauweise zu tun, die für acht Prozent aller CO₂-Emissionen weltweit verantwortlich ist. In Berlin gibt es viele Standorte, denen der Bullshit-Vorwurf gemacht wird. Drei davon werden in diesem Beitrag genauer betrachtet. WeiterlesenBauen, Bullshit, Berlin (2): Wenn Gebäude hochwertig, neu und sinnlos sind
Im ersten Teil dieser dreiteiligen Blog-Reihe skizziere ich die Relevanz des Themas Bauens mit Zement im Anthropozän. Ich gehe von einer im Mai vorgestellten Studie über Kosten, Schäden und Alternativen der Zementproduktion der Rosa-Luxemburg-Stiftung aus und diskutiere über die Bedeutung der Baubranche im Kontext von Neopopulismus und demokratischer Teilhabe. In den nächsten Teilen geht es um konkrete Beispiele von Bullshit-Buildings in Berlin.WeiterlesenBauen, Bullshit, Berlin (1): Über Zementproduktion im Anthropozän
Historiker führen gerne das Wort der Longue durée (lange Dauer) und beziehen sich dabei auf den französischen Historiker Fernand Braudel. Dieser hat mit dem Begriff eine Unterscheidung zur Ebene der mittleren Dauer (Moyenne durée) und der Ereignis-Ebene (événément) getroffen, wobei sich die longue durée durch besonders konstante, lang anhaltende Gegebenheiten oder Konstellationen von Akteuren im Zusammenspiel mit Landschaft, Umwelt, Klima und anderen Faktoren auszeichnet. Kann die Baustoffgeschichte, die ein fester Faktor in der Menschheitsgeschichte seit der Sesshaftwerdung ist, auch als Phänomen der longue durée gelten?WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation (5): Longue durée und Materialität der anthropogenen Masse
In Teil 2 (Ökologie und einstürzende Neubauten) werden die bereits genannten Schattenseiten der Zement- und Betonproduktion vertieft behandelt, wozu es zunächst einmal nötig ist, sich mit den Eigenschaften der Rohstoffe zu beschäftigen. A propos „einstürzende Neubauten“ – und was ich hier nicht vertiefen werde: einen nicht unbeträchtlichen Anteil des Bauaufkommens macht die Instandhaltung von Gebäuden…WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation (2): Ökologie und einstürzende Neubauten
Im Alltag sind wir ständig von Zement und Beton umgeben, die meisten von uns wohnen in Gebäuden aus diesen Baustoffen. Sie machen den schwersten Teil unserer sogenannten »anthropogenen Masse« aus – ohne, dass uns das ständig bewusst ist. Zement war in einer frühen Version schon den Römern bekannt, die aus dem Opus Caementitium unter anderem das Pantheon errichtet haben. Doch die Grundstoffe, aus denen Zement erst produziert werden muss, haben eine noch sehr viel ältere Geschichte, die unter anderem in Rüdersdorf bei Berlin zu Tage treten. Wer sich mit der Geschichte des Anthropozäns beschäftigen will, muss eigentlich bis ins Erdmittelalter zurückgehen.WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation (1): Vom Pantheon zum Plattenbau
Die Beschäftigung mit Baustoffen kann helfen, den Blick für eigentliche, dingliche Fragen zu schärfen. Die nichtdingliche Sphäre scheint gerade die Oberhand über das Verständnis materieller Zusammenhänge zu gewinnen, was sich nicht zuletzt in den Grabenkämpfen des politischen Felds eindeutig beobachten lässt. In der Welt der polarisierten öffentlichen Meinungen läuft es immer auf eine Entscheidung zwischen Richtig/Gut oder Falsch/Schlecht hinaus. In der Frage des Bauens ist es sehr viel komplizierter, gleichzeitig ist kaum ein Thema relevanter. Einfache Antworten verbitten sich allein angesichts der zunehmenden Obdachlosigkeit und baufälliger Infrastruktur. Für Rechtspopulisten, ihre Nachahmer und Trittbrettfahrer mag es ein leichtes und billiges Spiel sein, mit ein paar gesottenen Sprüchen von den eigentlichen Problemen abzulenken. Für seriöse Akteure stellt hingegen kaum ein Thema eine größere Herausforderung dar als das Thema des Bauens und der Baustoffe im Anthropozän.WeiterlesenDie vier Säulen der fossilen Zivilisation: Das Beispiel Zement und Beton






