Der Begriff Anthropozän navigiert seit der Jahrtausendwende, ausgehend von der Geologie, durch die wissenschaftliche Öffentlichkeit. Obwohl es weder in seiner Herkuftsdomäne noch in anderen Disziplinen unumstritten ist, hat das Anthropozän inzwischen weite Verbreitung gefunden. Überall bietet es sich als neuer Epochenbegriff an, der endlich alles zu erfassen vermag, was mit dem menschengemachten Klimawandel zu tun hat. Interdisziplinäre Wissenschaftler:innen begegnen ihm mit Skepsis, gar Ablehnung: Wieder einmal wird der namensgebende Mensch (anthropos) zu stark ins Zentrum von Terra gerückt, so die Kritik. Wer diese gut nachvollziehbaren Einwände besser verstehen will und neugierig auf alternative Vorschläge ist, findet in Donna Haraways Buch »Unruhig bleiben: Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän« eine unverzichtbare Referenzquelle.WeiterlesenDonna Haraway: Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän
Schlagwort: Anthropocene
Das Kofferwort Anthropozän taucht immer wieder auf, wenn es um den besorgniserregenden Zustand des Planeten Erde als Ergebnis menschlichen Handelns geht: Klimawandel, Wasserbankrott, Artensterben, eine Kaskade von Umweltkatastrophen, aktuelle und drohende Klimakriege. Die Meinungen über den Begriff sind indes geteilt. Wie der Historiker Dipesh Chakrabarty resümiert, hat der Begriff Anthropozän „zwei Leben“: eines in den Erdsystemwissenschaften, ein anderes in den Sozialwissenschaften. Im ersten Teil dieser Diskursübersicht geht es um die Geowissenschaften, wo der Begriff zuletzt 2024 keinen Konsens fand – ohne die Argumente an sich zu diskreditieren. WeiterlesenDie zwei Leben des Anthropozäns (1)

