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Response Paper: Liebe! Ein Aufruf (Daniel Schreiber)

Daniel Schreiber hat es wieder einmal geschafft: In gewohntem Duktus und nur zwei Jahre nach seinem letzten Buch »Allein« hat er seinen neuen Personal Essay »Liebe! Ein Aufruf« veröffentlicht. Er verfolgt damit ein großes Ziel: Er will Licht und Hoffnung für die auf verfahrene Weise niedertriebige Dynamik in liberalen Demokratien stiften. Ich muss wohl kaum eigens begründen, warum dies gerade in diesen lichtarmen Tagen von besonders großem Wert ist. Ob es ihm gelingt, diesem Treiben ausgerechnet mit Liebe etwas entgegenzusetzen?

Das Buch Liebe! Ein Aufruf war im Voraus unübersehbar angekündigt worden, denn Schreiber versteht es ganz ausgezeichnet, sich über die Social Media zu vermarkten und dabei auch noch den richtigen Zeitpunkt (Advent) abzupassen. Das Buch ist durchtränkt von Aufnahmen und Reaktionen des gegenwärtigen Zeitgeists. Diesen erfasst der Autor sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene – ob in der Beschreibung der Nachrichten-Fatigue, über die Wiedergabe der vorherrschenden Stimmung in Berlin-Neukölln, oder anhand der Gedanken, die ihm auf seinen Spaziergängen kommen. Daniel Schreiber ist dadurch das ganze Buch hindurch immer wieder mit einem „Stating the obvious“ beschäftigt, also mit einer Beschreibung der oligarchisierenden und autokratisierenden, demokratie- und wissenschaftsfeindlichen Entwicklungen, die sich vor unser aller Augen abspielen. Aber sein eigentliches Ziel ist es, seine Leser:innen von seinem Lösungsansatz zu übezeugen: Nur Liebe kann die Welt retten.

Für mich erscheint das Buch aus zwei Gründen zum passenden Zeitpunkt: Erstens habe ich Schreibers übrige Bücher (mit der Ausnahme des Buchs über Susan Sontag) ausgelesen und gewissermaßen dringend Nachschub gebraucht. Andererseits bin ich gerade damit beschäftigt, einen wissenschaftlichen Artikel über die populistische Manipulation von Liebe als undemokratische Emotion in Anlehnung an Eva Illouz zu verfassen, weshalb mich natürlich sehr interessiert hat, was Schreiber dazu schreibt. Ich richte in diesem Response Paper also besonderes Augenmerk darauf, welche theoretischen und philosophischen Wege er einschlägt um, wie er sagt, den einzigen Ausweg für die Welt über eine entschiedene Adaption von Liebe in der Politik zu erreichen.1

Doch damit genug der persönlichen Vorrede. Die folgenden Abschnitte sind, wie so oft, keine klassische Rezension, sondern viel ausführlicher gehalten. Wie üblich, wenn ich in einem Buch großen Wert für das Neopopulismus-Projekt witterte, schreibe ich im Stil eines ausführlichen Response Papers, das sehr genau und nah am Text bleibt. Dort, wo es mir leichter fällt oder ich ansonsten befürchten müsste, wichtige Gedanken des Autors zu verlieren, nehme ich direkte Zitate auf. Wo ich es für angebracht halte, werde ich mir erlauben, abzuschweifen, um Auseinandersetzungen mit eigenen Gedanken und Vorarbeiten zu eröffnen, auf Referenzen anderer Autor:innen einzugehen und natürlich um Kritik zu üben und Fragen zu stellen. Nach einer Einbettung in den Zeitgeist werde ich dabei auf Aufbau und Schreibtechnik, inhaltliche und intellektuelle Referenzen, analytische Stärken und Schwächen sowie abschließend auf einige Besonderheiten des Autors eingehen, der sich über spirituelle und philosophische Referenzen für eine universelle Gleichheit aller Menschen als liebenswerte Geschöpfe ausspricht und — was mir am zentralsten erscheint — auf diesem selten beschrittenen und etwas aus der Mode gkommenen Pfad einen Weg hin zu einem interspezifischen Sicherheitsverständnis bahnt, um das es mir im Neopopulismus-Projekt geht.

Liebe gegen den Zeitgeist von Verhetzung und Polarisierung

Das Buch ist durchtränkt von Aufnahmen und Reaktionen des gegenwärtigen Zeitgeists. Diesen erfasst der Autor sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene – ob in der Beschreibung der Nachrichten-Fatigue, über die Wiedergabe der vorherrschenden Stimmung in Berlin-Neukölln, wo der Autor wohnt, oder anhand der Gedanken, die ihm auf Reisen und Spaziergängen kommen. Der Autor ist dadurch das ganze Buch hindurch immer wieder mit einem „Stating the obvious“ beschäftigt, also mit einer Beschreibung der oligarchisierenden und autokratisierenden, demokratie- und wissenschaftsfeindlichen Entwicklungen, die sich vor unser aller Augen abspielen und für die ich den Oberbegriff Neopopulismus verwende. Das unbedingte und appellative Erzählenwollen des Autors wirkt durch diese Realitätsfilter jedenfalls gut nachvollziehbar.

Schreiber holt dabei in alle möglichen Richtungen aus, was jedoch durch die letztlich durchaus überzeugende Kontextualisierung mit seinem zentralen Thema – der Liebe als politischer Kategorie – keineswegs arbiträr erscheint, sondern vielmehr als eine unbedingte Notwendigkeit. Es geht zum Beispiel um die zunehmende Ignoranz gegenüber der sich abspielenden Klima-Katastrophe (S. 17), um die generelle Kultur der Empörung und Polarisierung (S. 45-47), um den Abbau von Demokratie in einer rasant wachsenden Zahl von Ländern (S. 45-46), um Wucher und Spekulation rund um Wohnbau, die fortschreitende Obdachlosigkeit und die Untätigkeit der Politik (S. 28). Immer wieder kommt er auf die Zustände der ihm so am Herzen liegenden USA zu sprechen (S. 65), auf den verbreiteten Zynismus, die seit langem wachsende Abneigung gegen „gute Menschen“ (S. 13) bis hin zur Ablehnung und Verächtlichmachung von Empathie (S. 26), wie sie zuletzt bekanntlich auch der „Tech-Bro“ Elon Musk geäußert hatte.

Manchen seiner Analysen mag es an Tiefe und Ausgewogenheit mangeln (dazu weiter unten ausführlicher); doch dass all diese Entwicklungen miteinander eng verbunden sind und in keinem Buch, das sich ernsthaft um die Zukunft demokratischer Freiheiten und Rechte sorgt, ausgespart werden können – das bringt er überzeugend und dabei bewundernswert kompakt und flüssig herüber. Angesichts der Flut von besorgter Literatur über die Dekadenzdynamik unserer Zeit kann man sich freilich trotzdem fragen, ob ein weiteres Buch dazu nötig war. Ich finde es allerdings wichtig, dass sich möglichst viele Stimmen in den Kampf gegen den Demokratieabbau einbringen und dabei möglichst groß und global denken. Sich zuzutrauen, das ganze Ausmaß der gesellschaftspolitischen Verheerungen miteinzubeziehen – was Schreiber tut – verdient Anerkennung. Man könnte andererseits nämlich auch monieren, dass diese mutige Herangehensweise an das Große leider nichts ist, was beispielsweise im geisteswissenschaftlichen Betrieb Konsens wäre, wo man es allerdings zu erwarten hätte: Wer meine Texte kennt weiß, wie genervt ich von der Selbstverzwergung vieler Wissenschaftler:innen bin, die im Namen einer angeblichen „einzigen Machbarkeit“ immer wieder zum Denken im Kleinen aufrufen und damit am Ende nicht viel mehr tun, als den Rückzug in eine Spielart von „Hypernormalisierung“ anzutreten.2 Dadurch verfehlen es besonders Geistes- und Sozialwissenschaftler:innen leider immer wieder, ihre gefragte Erkenntnisarbeit zur Lösung der dringendsten Fragen unserer Zeit sinnvoll in den Diskurs einzubringen.

Allzu kleinteiliges Denken fördert womöglich auch dann, wenn es gar nicht beabsichtigt wird, ein weiteres, starkes Grundgefühl des gegenwärtigen Zeitgeists, das Schreiber bearbeitet: das Gefühl mangelnder Selbstwirksamkeit und genereller Sinnlosigkeit. Wer die Suche nach Lösungen trotzdem nicht aufgeben mag oder kann, ist also gut beraten, nicht nur in der wissenschaftlichen Literatur zu suchen, sondern auch in der couragierteren Mischform politischer Essayistik, die einmal so treffend als das „Krisen-Genre“ schlechthin bezeichnet wurde. Über das Gegengift der persönlichen Erfolge und Erkenntnisse im Schreiben versucht der Autor, dies nach eigenen Angaben auch in seinen Schreibworkshops zu fördern, indem er seinen Teilnehmern dazu verhelfen will, genau das zum Ausdruck zu bringen, was tatsächlich nur sie schreiben können (S. 45).

Man könnte darin nun schnell einen der vielen Selfcare-Trends oder autobiographischen Bekenntnis-Essays ohne Tiefgang vermuten. Durch die unzähligen Tücken und ideologischen Sackgassen, auf die gefühlt jede:r in den letzten Dekaden mindestens einmal hereingefallen ist – darunter die neoliberale Phantasie, individuelles (Konsum-)Verhalten könne die fortschreitende Umweltzerstörung aufhalten – kann einen hierbei freilich auch ein Eindruck von Naivität beschleichen. Natürlich verdient Schreiber mit seinen Workshops auch Geld, so dass jedes Schreiben darüber auch als Werbung für die eigene Sache verstanden werden kann – doch ich nehme es dem Autor einfach ab, dass er es durchaus ernst meint, wenn er betont, wie wichtig ihm es ist, dass die Teilnehmer am Ende ihre Rolle in der Welt und ihr schreiberisches Potenzial besser kennen; wahrscheinlich, weil ich selbst im Schreiben Sinn suche. Ein weiterer wichtiger Grund spricht gegen die Einordnung Schreibers in die Kategorie „Hier geht es zu wie bei Instagram“ oder auf dem Büchertisch für Identitätsliteratur: Schreiber setzt sich ernsthaft und meistens glaubwürdig mit den Werken großer Denkerinnen und Denker auseinander, was er zudem relativ niedrigschwellig zu vermitteln in der Lage ist. Er „erzählt“ große Ideen gewissermaßen mit Leichtigkeit, die in Originaltexten nur über die Entschlüsselung langer Relativsätze und über die Aneignung komplexen Fachvokabulars zugänglich wären.

Aufbau

Wie die anderen Bücher Schreibers ist Liebe! kompakt und beschränkt sich auf 132 Seiten Fließtext, gefolgt von einer Danksagung, zehn Seiten Endnoten (S. 137-146) sowie 12 Seiten Literaturangaben (S. 147-158). Der äußere Erzählrahmen spannt zwischen den Vorbereitungen eines seiner regelmäßigen Schreibworkshops zu autobiographischem Schreiben in Brandenburg, dem Stattfinden des Workshops und der Rückreise des Workshop-Leiters nach Berlin. In allen Teilen spiegelt der Text die innere und äußere Schau auf die Welt an einer soliden Kulisse intellektueller Auseinandersetzung mit der Arbeit größtenteils westlicher Autorinnen und Autoren. Der Fließtext und innere Erzählrahmen enthält keine thematisch überschriebenen Kapitel, ist aber in drei inhaltlich differenzierte Teile (I, II, III) gegliedert.

Teil I (S. 7-42) ist stärker von der Bestandsaufnahme des „Stating the obvious“ charakterisiert und wirkt wie ein galoppierendes Crescendo mit vielen Referenzen. Teil II (S. 43-92) hingegen beginnt gemächlicher: Hier geht der Autor stärker in die eigene Reflexion, vertieft aber bald auch die zentralen Begriffe von Liebe – darunter amor mundi; amor dei; amo: volo ut sis; Nächstenliebe; Feindesliebe; Altruismus, etc. In Teil III (S. 93-136) schließlich kondensiert Schreiber seine Befunde und will die Leser von seiner Mission überzeugen – nämlich einem ausführlich begründeten Aufruf zu einer allumfassenden Haltung der Liebe, wie schließlich auch der Untertitel des Buches lautet.

Im Grunde ist der dritte Teil auch in sich mehrteilig gegliedert: Bis Seite 120 versucht Schreiber quasi mit einer Empirie realisierter Politik der Liebe zu überzeugen, etwa am Beispiel Martin Luther Kings. Auf den dreieinhalb folgenden Seiten (120-123) fragt er sich, wie sich wohl heute über Allianzen der Liebe eine Alternative zu den sinistren Energien und Todestrieben der Gegenwart bilden ließe. Über die letzten Seiten schließlich (123-132), jeweils eingeleitet mit einem appellativen „Ich möchte dazu aufrufen…“, ruft er zu einem Wandel im Sinne seiner vorher ausformulierten Argumente auf.

Schreibtechnik

Schreiber hat definitiv seinen eigenen, markanten Stil gefunden. Wie in den bisherigen Büchern handelt es sich um essayistisches Schreiben, das zwischen mehreren Wahrnehmungsmodi changiert. Immer wieder nimmt er die Leser mit auf seine Spaziergänge und das Wandern, was durchaus einen inhaltlichen Bezug zu seinem Erzählstoff herstellt. Nur wenig gebe ihm „so sehr das Gefühl, in der Welt zuhause zu sein“(S. 9) – und die Bewohner dieser Welt beobachtet er ziemlich genau. Schreiber kennt die Bäume und Pflanzen beim Namen. Er lässt Jahreszeiten und Natureinflüsse auf sich wirken und in seine Texte einfließen, wodurch er sich auf ganz erfrischende Weise abhebt und auszeichnet. Auf respektvolle Weise gewährt er den Lesern außerdem immer wieder Einblicke in seine Schreibworkshops, deren Gruppendynamiken und Stimmungslagen der Teilnehmer er miteinbezieht. Weniger ausführlich als in den vorherigen Büchern greift er auf seine lebensgeschichtlichen Erfahrungen zurück. Die gesellschaftliche Verrohung der Gegenwart wird so unter anderem zu seinen Erlebnissen als Außenseiter in der mecklenburg-vorpommerschen Provinz der 1990er Jahre („Baseballschlägerjahre“) in Beziehung gesetzt. Die Erfahrung des Systemzusammenbruchs der DDR, als der Autor noch sehr jung war, wird über die Einbeziehung von Autoren wie Alexei Yurchak (S. 31-33) gewissermaßen „nachreflektiert“, wenn auch nicht allzu vertieft, was er in seinen anderen Schriften gewissermaßen schon abgearbeitet hat.

Inhaltliche Referenzen: zwischen amor mundi und Oligarchisierung

Schreiber ist ein unermüdlicher Vielleser, der immer wieder neue Denkanstöße findet und diese gut leserlich aufbereitet mit seinen Lesern teilt. Neben der Großmeisterin Hannah Arendt und ihrer Referenzen (darunter besonders Augustinus, ferner natürlich Heidegger), deren Liebesbegriff des amor mundi eine zentrale Denkfigur seiner Auseinandersetzung ist, bezieht er sich besonders stark auf Erich Fromm, Albert Schweitzer und Martin Luther King Jr.. Das Wirken dieser Personen wird vergleichsweise zentraler behandelt als die weiteren, wenn auch nicht unwesentlichen Referenzen, zum Beispiel auf Bibel und Talmud, Martin Buber, Emmanuel Lévinas, Paul Ricœur, bell hooks, Martha Nussbaum, Eve Kosofsky Sedgwick, Julia Kristeva, Marica Bodrožić, Mahatma Gandhi und Nelson Mandela und andere.

Im Gegensatz zu sein vorigen Schriften nehmen in Liebe mystische und spirituelle Referenzen ein ganz neues Gewicht ein. Darunter finden sich neben den bereits genannten Erich Fromm und Albert Schweitzer vor allem Simone Weil und Meister Eckhart – was wohl auch damit zu tun hat, dass der Autor Mitglied eines Lesezirkels zu Meister Eckhart ist. Weil ich im Neopopulismus-Projekt in den Kapiteln Neostory und Neomotion besonderes Augenmerk auf den Missbrauch von Religion und Spiritualität lege, aber seit langem auf der Suche nach einer sozialen und vor allem politischen Rehabilitierung von Spiritualität als anthropologischer Konstante und Kraftquelle bin, finde ich diese Referenzen besonders interessant. Ich denke, dass Schreiber über diesen Weg Hilfe leistet, eine Tür zu öffnen, die durch das positivistische und neoliberale Hohepriestertum auf schädliche Weise verstellt wurde. Die weitreichende Diskreditierung von Spiritualität und Religion hat, so meine Vermutung, nicht unerheblich zu so absonderlichen religiösen Abwegen beigetragen wie der Herausbildung der Evangelikalen Bewegung in den USA und anderen christlichen Staaten (beispielsweise Brasilien), zu den zahlreichen, verhärmten Spielarten des globalen Islamismus, zur nationalistischen Hindutva Indiens und vergleichbaren Bewegungen. All diesen Entwicklungen ist gemein, dass sie zwar mit spirituellen Kategorien und Bedürfnissen hantieren, diese aber interessengeleitet missbrauchen und damit mehr politischen Schaden als seelischen Nutzen in die Welt tragen – schädlich am Ende auch für die traditionellen Religionen selbst. Nachdem jedes politische Konzept von Liebe, auf das sich Schreiber in diesem Buch bezieht, immer auf der Auseinandersetzung mit spirituellen Traditionen und Denken beruht, bleibt dem Autor gar nichts anderes übrig, als sich auf den unabgeschlossenen Weg zu begeben, zusammen mit der Liebe und der liberalen Demokratie auch die Spiritualität und die Religion aus den Fängen der illiberalen, antidemokratischen Rechten zu befreien. Ob ihm oder unserer Gesellschaft das gelingt – es bleibt eine offene Frage.

Für die im Vergleich zum Hauptanliegen des Liebesbegriffs viel oberflächlicher geratene Analyse der Oligarchisierung, Polarisierung, Autokratisierung, des Demokratieabbaus und der um sich greifenden Ignoranz der Klimakatastrophe zieht er Autor:innen wie Luisa Neubauer, Gilda Sahebi, Naomi Klein/Astra Taylor, Maja Göpel, Nils C. Kumkar, Timothy Snyder und andere zu Rate. Am authentischsten und überzeugendsten gerät dieser Teil der Analyse des Autors, also zum Themenfeld des Demokratieverlusts, aber gerade dort, wo er seinen eigenen Reflexionen und Auseinandersetzungen größeren Raum gewährt. Das tut er zum Beispiel in der Mitte des Buches, wo er über ein Gespräch mit einem Akademikerpaar aus den USA reflektiert, die zu seinem Unbehagen vor dem Siegeszug des Trumpismus in ihrem Land bereits resigniert haben (S. 70-74, genauer weiter unten).

Analytische Stärken

Überzeugend und vor allem ohne aufgeregtes Ressentiment ad hominem trifft seine Bestandsaufnahme des generellen Zustands im soziopolitischen Betrieb trotz der angesprochenen Oberflächlichkeit meistens den Punkt – zum Beispiel dort, wo er einen verbreiteten und sichtbaren Kompetenzmangel im Politikbetrieb feststellt (S. 23) oder auch die weitreichenden, sich seit Jahrzehnten akkumulierenden Beschädigungen an Gesellschaft und Infrastruktur durch die Umsetzung neoliberaler Ideologie moniert (S. 29-30). Schreiber nimmt wichtige Ideen von Autoren wie Albert Schweitzer auf, dem wiederholt rassistische Haltungen vorgeworfen worden sind, ohne letzteren den Sieg über die Verdienste einzuräumen, indem man etwa letztere wie das Kind mit dem Bade ausschüttete. Durch die Benennung von Schweitzers Widersprüchen und Makel umschifft er geschickt einen so weit verbreiteten wie nutzlosen Ideenboykott – wie ich es hier nennen möchte – den ich in den letzten Jahren bei vielen Akademiker:innen beobachten konnte. Dieselben Personen, die einen Ideenträger aus ethisch-moralischen Gründen oft gleich mitsamt seiner/ihrer Idee diskreditieren wollen, erscheinen oft krampfhaft bemüht, sich selbst als erhaben und besonders anständig zu präsentieren – was unter dem Begriff des virtue signalling inzwischen gewissermaßen auch eine kritische Karriere hingelegt hat.

Von der Tendenz, gleich das ganze Gebäude der schwer beschädigten Demokratie mit abreißen zu wollen, scheint auch das bereits genannte Gespräch Schreibers mit dem US-amerikanischen Akademikerpaar informiert zu sein: Die von den Umtrieben des Trump-Regimes deprimierten Freunde kommen zum vernichtenden Urteil, das Problem habe schon immer in der liberalen Demokratie an sich gelegen – und nicht etwa nur in den gegenwärtigen Dekadenzstufen und Angriffen, was eher Schreibers Haltung wäre (S. 70-74). In einem ähnlichen Duktus sind mir im Umfeld meiner internationalen Graduiertenschule immer wieder vergleichbare, oft nihilistische Haltungen begegnet: Das Problem mit der Europäischen Aufklärung, so wurde dort etwa häufiger diskutiert, läge nicht nur am europäischen Imperialismus und Kolonialismus – sondern an der Aufklärung als Projekt, an Europa an sich und insgesamt. Immanuel Kant, so hatte beispielsweise eine dauerempörte, täglich auf Facebook wütende amerikanische Professorin verkündet, sollte man besser gleich ganz vergessen, denn Kant sei ohnehin Rassist gewesen. Die Idee oder die Möglichkeit, dass auch Menschen wie Immanuel Kant, Mahatma Gandhi, Hannah Arendt und andere wichtige Denker:innen fehlbar sein könnten – oder dass man, wie Omri Boehm und Susan Neiman es fordern, Kant auch gegen Kant verteidigen müsse – das schien in der immer verbreiteteren Wahrnehmungswelt des eindeutig Guten und eindeutig Bösen weder vorstellbar noch verhandelbar.3 Diese Haltung geht oft eine höchst problematische und folgenreiche Komplizenschaft mit gleich klingenden, aber antidemokratischen Propositionen rechtsradikaler und identitärer/identitätspolitischer Akteure ein, wie ich vergangenes Jahr in einem Beitrag unter dem Titel Helden, „Bros“, Oligarchen: euer Pessimismus, ihr Ambrosia diskutiert hatte.

Wer die Heuchelei von Politikern, pseudo-demokratischer Akteure, bekannter Menschenrechtsorganisationen und anderer Synonyme für das Imaginarium „der Westen“ angreift, es bei diesen oft wohlfeilen Angriffen aber unterlässt, kritisch zu ergründen, was denn dann „der Osten“ oder „der Süden“ wäre oder – noch viel wichtiger! – wie echte Alternativen aussehen müssten, leistet heute keine originelle intellektuelle Arbeit. Denn erstens wird so rein gar nichts produziert, was nicht längst bekannt wäre; zweitens wird so womöglich zum ersten Mal plausibel, was mit der Hufeisentheorie gemeint ist: Vorgeblich linke, progressive Stimmen treffen sich letztlich am selben Ende wie ihre rechtsradikalen, neokonservativen Pendants, obwohl beide in völlig unterschiedliche Richtungen aufgebrochen waren. Genau darin besteht im Kern auch die universalistische Kritik an der Identitätssynthese, worauf Schreiber bedauerlicherweise gar nicht eingeht.4

Eng verwandt ist diese Haltung mit einer fortschreitenden Ambivalenzunverträglichkeit in anderen Bereichen (S. 37), etwa der Sprache und sprachlicher Orthodoxie. Das Nichterkennen und Nicht-Reflektieren möglicher Mehrdeutigkeiten kann auch deshalb problematisch sein, weil sich auch so scheinbar eindeutig positive Begriffe wie Liebe als manipulierbar erweisen. Dies zeigt sich bereits an der völlig unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeit des Liebesbegriffs durch historisch-christliche Akteure und Kontexte, und nicht weniger trifft das auf das neopopulistische, demagogische Treiben der Gegenwart zu. Liebe ist etwa in christlichen Kontexten einmal in einem neutestamentlichen Sinn mit dem Handeln des äußerst unangepassten Jesus Christus als universaler Liebesbegriff gegen das Establishment anwendbar und bis auf den ärgsten Feind als liebenswerten Nächsten ausgedehnt worden. Zu anderen Zeiten hingegen wurde Liebe durch das klerikale Christentum äußerst ungleich und entsprechend irdischer Verdienste oder Interessen missbraucht und verteilt (S. 61 ff.).

Ein ähnliches, selektives Verständnis gilt für Liebe in nationalistischen, populistischen oder proto-faschistischen Kontexten, was Autor:innen wie Eva Illouz oder Nükhet Sirman an den Beispielen verordneter, patriotischer, sorgfältig kultivierter Liebe zum eigenen Land ausführlich beschrieben haben.5 Auch Schreiber demonstriert ein aktuelles, besonders schrilles Beispiel eines verordneten Liebesbegriffs (ordo amoris) durch den US-amerikanischen Vizepräsidenten und erklärten Katholiken J. D. Vance, dem der Papst der katholischen Kirche jedoch deutlich widersprochen hat:

Kurz nachdem er [J. D. Vance] sein Amt angetreten hatte, begann er, sich in rechtsextremen Medien auf das Konzept des ordo amoris zu beziehen, der »Ordnung der Liebe«, wie es unter anderem von Augustinus und von Thomas von Aquin entwickelt wurde. Sein Verständnis des ordo amoris diente ihm als Rechtfertigung für den Abbruch jeder Form von internationaler Entwicklungshilfe und für die Verfolgung und Deportation von Migrantinnen und Migranten. In einem Fernsehinterview erklärte er: »Erst liebt man seine Familie, danach seinen Nachbarn, und dann liebt man seine Gemeinschaft, und dann liebt man die Bürger des eigenen Landes. Und dann, erst dann, kann man sich auf den Rest der Welt konzentrieren und da seine Prioritäten setzen. Die radikale Linke hat das komplett auf den Kopf gestellt.«6 (S. 65)

Was für den Begriff der Liebe gilt, das gilt auch für Religion und für Sprache insgesamt. Wie Schreiber feststellt, wurde die religiöse Karte und ihr kollektives Mobilisierungspotenzial immer schon mit dem Ziel der gesellschaftlichen Homogenisierung und Ausgrenzung Anderer durch Autokraten genutzt. Das lasse sich am Beispiel der USA ebenso deutlich beobachten wie am religiösen Gebaren Erdogans in der Türkei oder anderer Demagogen weltweit (S. 63). Hinsichtlich der sprachlichen Begriffsverwässerungen, die auch außerhalb des Liebesbegriffs ein komplexes Problem darstellen, erscheint heute auch Thomas Manns scharfsinnige Analyse der Nazi-Verbrechen an der deutschen Sprache als brandaktuell:

Mit großer Genauigkeit analysierte er [Thomas Mann] die bestürzende Verdrehung, der sie zentrale Begriffe des politischen Diskurses unterwarfen. »Sozialismus« wurde in ihrer Propaganda zu einem Synonym für eine »korrupte Plutokratie« und »die hemmungslose Selbstbereicherung« der Machthaber, »Vaterlandsliebe« zu einem anderen Wort für »rasende Rassedünkel«, »Frieden« zu einem Begriff für Unterwerfung, »Revolution« zu einer Vokabel des Völkermords.(S. 67)

Zu den weiteren Stärken von Schreibers Analyse würde ich auf jeden Fall auch die Verwendung der Begriffe (1) Dissoziation, (2) Hypernormalisierung, (3) Heterotopie und (4) Gruppennarzissmus rechnen.

Mechanismen der (1) Dissoziation oder des Rückzugs aus der Welt ordnet Schreiber auch als Strategie gegen die allgegenwärtige Überforderung ein (S. 22-23). Vergleichbare Phänomene finden sich in anderen Wendezeiten in ähnlichen Formen von Rückzug oder Eskapismus, etwa in der Rekatholisierung der Romantiker oder im Rückzug ins Private des Biedermeiers.

Richtet man das Augenmerk stärker auf die anachronistischen, unfassbar wirklichkeitsfremden Vertreter:innen des heutigen „Weiter so wie bisher“, so erscheint der von Schreiber ins Feld geführte Begriff der (2) Hypernormalisierung überaus passend. Diesen übernimmt Schreiber vom russisch-amerikanischen Anthropologen Alexei Yurchak (S. 31-33), der dieses Grundgefühl vor dem Erfahrungshorizont der untergehenden Sowjetunion in seinem Buch Everything was forever, until it was no more beschrieben hatte: Obwohl alle wussten, dass das System ausgelaugt und kurz vor dem Kollaps war, wurde von Vertretern des Systems auf Gedeih und Verderb das genaue Gegenteil performt.7 Ein ähnliches Gefühl lasse sich auch heute beobachten, so Schreiber. Man kann diese Dynamik auch freihändig in den Nachrichten beobachten: Tagtäglich wird so getan, als könnten einfach weiterhin Verbrennungsmotoren produziert werden, als gäbe es keinen anthropogenen Klimawandel. Man denke nur an die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, die sich, ebenso wie ein beträchtlicher Teil der Wählerschaft und entgegen faktischer und wissenschaftlicher Evidenz, von dieser überkommenen „Technologie als Ideologie“ überzeugt gibt, irreführenderweise umschrieben als „Technologieoffenheit“. Das allgegenwärtige und begründete Gefühl, dass die fossile Ära trotzdem unwiederbringlich zu Ende geht, kann dadurch nicht aufgehalten werden. Wir lügen uns also in die Tasche – und genau das bedeutet heute Hypernormalisierung.

Als zusammenhängendes und doch separates Phänomen ließen sich die Begriffe (3) Heterotopie nach Michel Foucault (S. 79 ff., S. 141) und (4) Gruppennarzissmus nach Erich Fromm (S. 87 ff.) beschreiben, von denen das zweite jedoch wesentlich realer als das erste erscheint. Immer wieder wird festgestellt und kritisiert, dass die Gesellschaft entweder von Einsamkeit geplagt werde, oder aber dass sich Menschen nur innerhalb ihrer eigenen Resonanzräume („Bubbles“, Blasen, etc.) aufhielten, wo alle mehr oder weniger dasselbe denken. Hannah Arendt würde das als anti-politische Räume bezeichnen, denn in ihrem Politikverständnis beruhen Politik und Freiheit sogar zwingend auf Differenz. Diesen homogenen, folglich unpolitischen und antipolitischen Räumen, die heute vielleicht besonders ausgeprägt, aber nicht neu sind, setzte Foucault den Begriff der Heterotopie entgegen – also Räume, in denen unterschiedlich denkende, unterschiedlich auf das Weltgeschehen blickende und ihre Interessen vertretende Menschen zusammenkämen. Nicht wirklich vom eigenen Befund überzeugt erscheint Schreibers Klassifizierung seiner Workshops durch die Verschiedenheit der Perspektiven immerhin teilweise als solche Heterotopien, wo man voneinander lernen könne (S. 79-81).

Dennoch trifft Schreiber mit seiner Würdigung von Heterotopien einen wichtigen Punkt, und zwar über das zu beobachtende Gegenteil, nämlich den (4) Gruppennarzissmus. Diesen Begriff hat der Sozialpsychologe Erich Fromm geprägt: ein wohlfeiles, billig zu förderndes Gefühl der Einheit unter Gleichen, geprägt von Ignoranz gegenüber den Interessen und Problemen von Menschen, die nicht als Teil der In-Group gesehen werden. Kennzeichnend für den Gruppennarzissmus sei auch die Zurschaustellung von Entrüstung (S. 90), was ja durchaus ein weit verbreitetes Phänomen ist:

Es war frappierend, wie genau Fromms Überlegungen zur heutigen Lage passten. Als eines der Hauptmerkmale solcher Gruppen machte der Sozialpsychologe etwa eine Zurschaustellung moralischer Entrüstung aus, hinter der sich in der Regel Hass auf andere verbirgt, der in dieser Haltung rationalisiert werden soll. Dieser halb versteckte, halb offene Hass verfälsche das Urteil der Hassenden und mache einen Dialog so gut wie unmöglich, da er Verständnis, Vernunft und Aufklärung nicht gelten lassen könne.(S. 90)

Nun beobachtet Schreiber diesen Gruppennarzissmus bei rechten und rechtsradikalen Vertretern, was mit Sicherheit zutrifft. Dennoch geht mir genau an dieser Stelle die Kritik nicht tief und weit genug. Denn was ist mit dem Gruppennarzissmus identitätspolitischer Aktivist:innen? Ist moralische Entrüstung nicht etwas, das das rechte und linke Lager in aller Gegensätzlichkeit einander immer ähnlicher werden lässt?

Schwächen der Analyse

Wie jede essayistische Analyse ist auch Schreibers Buch nicht frei von Schwächen. Einige sind ganz klar dem Format des Buches geschuldet, was insbesondere das Stating the obvious betrifft: Auf knappen 132 Seiten ist es schlichtweg unmöglich, die Pathologien der Welt in ihrer ganzen Komplexität zu sezieren; auch ist zu bedenken, dass es von den tiefgründigsten bis hin zu hastig verfassten, flachen Analysen auf den Büchertischen nur so wimmelt, so dass es einfach zu viel verlangt und auch vermessen wäre, an gegebener Stelle auf eigenen Präferenzen zu insistieren. Ich will trotzdem ein paar Stellen ansprechen, die mir aufgefallen sind und die damit zu tun haben, was ich in den vergangenen Jahren im Rahmen des Neopopulismus-Projekte gelesen habe. Es geht mir hauptsächlich um vermisste Inhalte und substanzielle Punkte, die ich an bestimmten Stellen einfach erwartet hätte, was aber hoffentlich im Sinne des oben gesagten nicht als Fundamentalkritik missverstanden wird.

Schreiber fragt im ersten Drittel des Buchs regelrecht ausufernd, wie es sein könne, dass zentrale Ideen der Bürgerrechtsbewegung, der Menschlichkeit und Liebe, so stark ins Hintertreffen geraten sind:

Wie kann es sein, dass die Ideen, die für das Ende des britischen Kolonialismus, das Ende der US-amerikanischen Segregation und das Ende der südafrikanischen Apartheid verantwortlich waren, so an Bedeutung verloren haben? Wie kann es sein, dass die Proteste, die im vergangenen Jahrhundert Verbundenheit, Liebe und Freiheit einforderten, zunehmend als historische Fußnoten behandelt werden, von denen der Achtundsechziger-Bewegung bis zu denen der friedlichen Revolution, die zum Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs führte? Wie kann es sein, dass die Liebe zum Planeten und zu den nach uns kommenden Generationen, die die Umweltbewegungen seit den 1970er Jahren zum Ausdruck bringen, heute trotz ihrer rettenden Erfolge wieder belächelt wird? Wie kann es sein, dass all diese Ideen für wirkliche Veränderung gesorgt haben, aber dennoch gesellschaftlich in die Bedeutungslosigkeit abgedriftet sind? Und dass Regungen von Menschlichkeit heute stattdessen von neoliberalen Kräften als naiv und sentimental dargestellt oder von Rechtsextremen als etwas Verachtenswertes verurteilt werden können, als etwas, das paradoxerweise als schwach und albern und als gefährlich und bevormundend zugleich gilt? (S. 27-28)

All diese Fragen sind völlig berechtigt – zumindest frage ich sie mich immer wieder genauso. Überraschend unvollständig und auch unausgewogen finde eher die Deutungsangebote. Es wundert mich aufrichtig, dass Schreiber Immanuel Kant zwar erwähnt – dabei aber weder ausführlich auf den Universalismus, die Arendt’schen Aporien der Menschenrechte und den Universalismus/Identitarismus-Streit eingeht, noch die neuen, ausgesprochen produktiven kantischen Exegeten Susan Neiman und vor allem Omri Boehm perzipiert. Stattdessen greift er auf vergleichsweise populärwissenschaftliche oder journalistische Erklärungen und ihre Sprecher:innen zurück. Eine vertane Chance auf echte Tiefe?

Freilich müsste mit einer Aufnahme des radikalen Universalismus, wie er von Boehm und Neiman befürwortet wird, auch eine Distanzierung vom identitätspolitischen Ideenbauwerk einhergehen – und an der Stelle bin ich mir nicht sicher, ob sich Schreiber schon ausführlich mit einigen der Widersprüche und Fallstricke des identitätspolitischen Feldes auseinandergesetzt hat. Dagegen spricht jedenfalls eine zutiefst stereotype Liste von gesellschaftlichen Gruppen und Positionen, die er allesamt dem progressiven Lager zuschlägt – ohne die Möglichkeit zu diskutieren, ob es sich bei der gegenwärtigen Diskursverhärtung nicht vielleicht doch um einen wesentlich komplexeren Kontext mit weniger eindeutigen Schuldigen handeln könnte, welcher zum Höchststand extremer Polarisierung und Feindseligkeiten geführt hat. Er bemängelt:

Alle schienen an diesem Aufstieg [der Rechten] Schuld zu tragen – die Klimaschützerinnen, die Identitätspolitiker, die Feministinnen, die Queeren, die Menschen, die sich für Geflüchtete einsetzten, eine Kanzlerin, die ihre christlichen Werte hochhielt, Menschen mit Lastenfahrrädern, Personen, die versuchten, eine nichtdiskriminierende Sprache zu verwenden, Leute, die zu viel Gutes wollten – nur nicht die Rechtsextremen selbst, nicht ihre hasserfüllte Stimmungsmache gegen Minderheiten, nicht ihre Frauenfeindlichkeit, nicht ihre Aufmärsche, ihre Brandanschläge auf Wohnungen migrantisierter Familien und Unterkünfte geflüchteter Menschen, nicht ihre tätlichen Angriffe auf queere Straßenparaden und die Wahlkampfbüros demokratischer Parteien. (S. 46)

Erstens kenne ich wirklich kaum jemanden, der eine so einfach gestrickte Sicht vertritt und nicht den Rechtsextremen Schuld am Aufstieg von Rechtsextremismus gibt – und ich habe schon aus reiner Neugier, oft aber auch aus beruflichen Gründen mit den unterschiedlichsten Menschen gesprochen, die mich mit ihrer Weltsicht konfrontiert haben. Zweitens könnte man am Ende dieser Liste das Gefühl bekommen, selbst auf der falschen Seite verortet zu werden, falls man Identitätspolitiker und (angeblich) nichtdiskriminierende Sprache kritisiert – was meiner Meinung nach mit gutem Grund auch aus einer linken, universalistischen Haltung durchaus sinnvoll und sogar überaus nötig und angebracht ist. Wie Susan Neiman feststellt, der man mit Sicherheit kein rechtes Denken vorwerfen kann, sollte man es tunlichst vermeiden, umgekehrt davon auszugehen, dass alle Diskursteilnehmer, die identitätspolitisch oder „woke“ argumentieren, automatisch dem progressiven oder linken Lager zuzurechnen sind.8

Nicht nur an dieser Stelle macht es sich Schreiber eindeutig zu einfach mit seiner Welterklärung: Was ebenfalls und eng damit zusammenhängend fehlt ist eine ausführlichere Thematisierung der plattform- und meinungskapitalistischen Produktion binärer Meinungen durch algorithmische Social-Media-Oligarchen. Wie kann man heute die Oligarchisierung der USA und der restlichen Welt kritisieren, ohne die Oligarchen beim Namen zu nennen? Wie soll eine Analyse der Maschinerie öffentlicher Meinungsbildung gelingen, ohne die süchtig machenden, den Geist vernebelnden Marktplattformen der „Social Media“ ins Feld zu führen, die bewirken, dass Menschen „zu Arschlöchern werden“, wie es der Silicon Valley-Insider Jaron Lanier bereits vor Jahren so treffend auf den Punkt gebracht hatte?9 Die wenigen Absätze und knappen Referenzen zum Thema Medienkritik wirken allenfalls wie eine hastige Randnotiz (S. 48 ff.), das Wort Plattformkapitalismus10 taucht überhaupt nicht auf – während stattdessen von Neoliberalismus und Finanzmärkten die Rede ist, was als Kapitalismuskritik heute äußerst vage und wenig überzeugend wirkt.

Ebenfalls vermisst habe ich eine breitere, zeitgemäßere Definition für „unser kulturelles Liebesverständnis“, das er ab Seite 56 ausgehend vom Kanon christlicher, jüdischer, antiker und philosophischer Texte herleitet. Gegen all diese Texte und Bezüge, beginnend mit dem Schriftzug „Die Liebe endet nimmermehr“ auf einer Kirche, die der Autor regelmäßig im Rahmen einer Selbsthilfegruppe besucht, über weitere neutestamentliche Referenzen, Plato und Aristoteles, Tora und Talmud bis hin zu Hinduismus und Buddhismus ist natürlich rein gar nichts einzuwenden. Allerdings frage ich mich, wieso hier mit keinem Wort islamische oder alevitische Referenzen auftauchen – besonders, nachdem der Autor in Berlin-Neukölln wohnt. Allein der multireligiöse, multikonfessionelle und besonders schöne Friedhof an der Ecke Hermannstraße/Thomasstraße mit seinen christlichen und alevitischen Gräbern stellt einem, neben vielen anderen Möglichkeiten, solche Bezüge geradezu bereitwillig her. Nachdem das Diskursfeld Islam / Islamfeindlichkeit / Islamismus so eine prominente Position unter rechtsradikalen wie liberalen Diskursteilnehmern darstellt, aber auch und insbesondere, weil Islam und Alevitentum zu den großen Glaubensgemeinschaften unserer Gesellschaft (und somit Schreibers potenzieller Leserschaft) gehören, wundert mich diese Auslassung. Zumindest eine Referenz an Rumi und das weite Feld sufistischer Erörterungen zu Liebe hätte hier mit Leichtigkeit eine substanzielle Lücke schließen können.

Manche Begriffe und philosophisch-religiöse Dimensionen und Fährten werden von Schreiber aufgenommen, dann aber nur teilweise oder zögerlich weiterverfolgt, was zum Beispiel für den Begriff des Altruismus gilt. Mit Erich Fromm und Albert Schweitzer, die beide ihre Ideen unter dem Eindruck einer spirituellen Einheit von Mensch und allen irdischen Lebens entwickelt haben, wagt sich Schreiber zwar weit hinein ins Feld eines spirituellen Altruismus – aber es scheint, etwas halte ihn zurück, diesen Pfad konsequent weiterzugehen. Vielleicht reift der Autor in dieser Hinsicht gerade noch und man wird seine kommenden Schriften abwarten müssen? – Das wäre zumindest mein Wunsch, denn eigentlich würde ich gerne weiterlesen. Der nichtreligiöse Autor hat jedenfalls – das benennt er immer wieder selbst, etwa am Beispiel der Meister Eckhart-Lesegruppe oder seiner Lektüre Simone Weils – mit absoluter Sicherheit am Kelch spiritueller Suche genippt.

Zentrale Begriffe und Gedanken und das Besondere an Schreiber

Damit komme ich zum Schluss dieses Response Papers noch einmal zu einem Resümée dessen, was ich an Daniel Schreibers Argument für die Liebe als politischen Begriff am zentralsten halte. Ich würde hier drei Aspekte unterscheiden, die gleichwohl eng zusammenhängen: Erstens spricht sich der Autor, obwohl er es nicht durchweg und explizit so nennt, für ein universalistisches Verständnis von Menschlichkeit und Liebe zu allen Menschen unabhängig ihrer Gruppenzugehörigkeit aus, womit ich ihn trotz der vermissten Referenzen zu den Universalisten rechnen würde. Zweitens halte ich besonders diejenigen Referenzen für wertvoll (und werde mit Sicherheit noch weiter daran anknüpfen), in denen der Liebesbegriff als politischer Begriff quasi als erweiterte amor mundi auch auf die nicht-menschliche Welt ausgeweitet wird. Drittens sehe ich in der praktizierten Weltliebe des Autors, der immer wieder das sinnhafte Erleben der natürlichen Welt in sein Denken und Schreiben einfließen lässt, eine willkommene und zeitgemäße Form von Spiritualität, die sowohl unabhängig von den traditionellen, abrahamitischen Religionen und ihren patriarchalischen Sackgassen gelebt werden kann, als auch an das verbindende, reichhaltige und wertvolle spirituelle Repertoire aller Religionen anknüpfen kann. Die ersten beiden Aspekte verdienen abschließend noch einmal vertiefte und textnahe Würdigung.

Alle Menschen sind gleich

Das auch von Schreiber vertretene Universalitätsprinzip ist vielleicht am überzeugendsten und sympathischsten in den wiederkehrenden Worten einer Freundin des Autors angelegt, die er sinngemäß so zitiert:

„Man muss nicht alle Menschen mögen, aber lieben muss man sie schon“ (S. 91).

Schreiber betont an mehreren Stellen, dass es ein solches Verständnis ermögliche, zwar von den Taten eines Menschen angewidert und entsetzt zu sein, ohne deshalb jedoch über der grundsätzlichen Menschlichkeit noch des ärgsten Feindes den Stab der Verdammnis brechen zu müssen. Auch den kryptischen, augustinischen Satz Amo: volo ut sis. (S. 106 ff.), zu Deutsch in etwa: Ich liebe [dich]: ich möchte, dass du seist, wer du bist.“, den er Hannah Arendts Dissertation und ihrer fortlaufenden Auseinandersetzung mit dem Liebesbegriff amor mundi entnimmt, könnte man so deuten, dass die Andere in ihrem Sosein vollständig zu respektieren ist. Allen Menschen ist ihr Menschsein im Kern immer zuzuerkennen. Damit ist gewissermaßen das „innere Kind“ oder in der von mir bevorzugten buddhistischen Denkweise vielleicht auch der jedem Menschen innewohnende „Keim der Buddhaschaft“ angesprochen. Diese Form der Liebe findet Schreiber auch bei der Philosophin Martha Nussbaum (S. 25-26).

Wer so argumentiert, wird sich nicht auf eine wie auch immer definierte Gruppe von Menschen einengen können. Dennoch handelt es sich auch hierbei noch um eine vergleichsweise enges, auf die Spezies Mensch beschränktes Konzept: Auf den ersten Blick scheinen sich diese Auseinandersetzungen nämlich auf die Sphäre des Menschlichen und Zwischenmenschlichen zu beschränken, was angesichts der globalen Dimension des Anthropozäns und vor allem der Konsequenzen für die nicht-menschliche Umwelt einem unangemessen Korsett ähnelt. Doch auch dieses Denkkorsett transzendiert der naturverbundene Autor, der in Anlehnung an Arendts Auseinandersetzung rund um die Liebesbegriffe amor mundi (Liebe zur Welt) und amor dei (Liebe zu Gott) immer wieder fragt, wie es eigentlich sein könne, dass Menschen in der Lage seien, Gott zu lieben, sich aber so schwer darin täten, die Welt zu lieben.

Der Weg zur interspezifischen Sicherheit

Er transzendiert das Problem der Anthropozentrik, indem er Liebe auf die nicht-menschliche Welt ausweitet. Neben seiner eigenen Weltliebe bezieht er sich besonders auf Albert Schweitzer, dessen politisches Potenzial leider äußerst selten Gegenstand aktueller Diskussionen ist (vielleicht ändert sich das ja jetzt?). Im Neopopulismus-Projekt nenne ich diese dringend nötige Ausweitung des Sicherheitsdenkens auf alles irdische Leben interspezifische Sicherheit, weil tatsächlich um das Inter-Esse zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen, Pilzen, Mikroorganismen, Bewohnern und Emittenten zu Lande, zu Wasser und in der geteilten Atmosphäre geht – kurz: um alles, was sich zwischen den unterschiedlichen Lebensformen abspielt. Unter interspezifischer Sicherheit ist also ein neues Paradigma zu verstehen, das die halbherzigen, kleinteiligen und letztlich mit der Wachstumsideologie verwobenen Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen endlich ablösen könnte. Interspezifische Sicherheit ist in einem ganz ähnlichen Sinn, wie es Albert Schweitzer formuliert hat, von der „Ehrfurcht vor dem Leben“ (veneration vitae) getragen. Diese Ehrfurcht, so erinnert Schreiber, hat Albert Schweitzer in einer Phase des Verlusts bisheriger ethischer Sicherheiten während seiner Arbeit in Lambaréné in Gabun durch seine Primärerfahrung nicht-menschlichen Lebens empfunden:

Die Grundidee zu dieser veneratio vitae, schildert Schweitzer in seinen Lebenserinnerungen, kam ihm während eines medizinischen Einsatzes in Lambaréné, für den er drei Tage lang mit einem Schleppkahn auf dem Ogooué flussaufwärts fahren musste. Am Abend des dritten Tages beobachtete er erschöpft, wie auf einer Sandbank vier Nilpferde mit ihren Jungen in dieselbe Richtung wanderten wie er. In der Anschauung dieser Tiere sei ihm aufgegangen, dass »die Ethik, die nur mit unserem Verhältnis zu den anderen Menschen zu tun hat, unvollständig ist und darum nicht die völlige Energie besitzen kann.« Denn eine vollumfängliche Erkenntnis der Welt sei uns schlicht nicht gegeben und alles Leben, das sich in ihr finde, müsse zwangsläufig ein »Geheimnis« für uns bleiben. Die von Menschen empfundene ethische Verbundenheit füreinander müsse daher auf alles Kreatürliche ausgeweitet werden, und die fundamentale Tatsache menschlichen Bewusstseins müsse lauten: »Ich bin das Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.« (S. 37-38, Hervorhebungen TS)

Doch bevor es soweit ist, wären erst noch ein paar alte Zöpfe abzuschneiden, allen voran traditionelle Sicherheitskonzepte aus der Phase der Nationalstaatenbildung. Das noch unfertige Konzept der interspezifischen Sicherheit knüpft zunächst an das nicht-traditionelle, nie vollständig verwirklichte Konzept Human Security (Menschliche Sicherheit) an – einem immer noch anthropozentrischen Sicherheitsdenken, das von der UNO als Antwort auf die genozidalen Kriege der 1990er Jahre in Ruanda und Bosnien-Herzegowina entwickelt und vertreten wurde. Bereits Human Security sprengt den Rahmen traditioneller Sicherheit auf, nachdem erkannt worden war, dass traditionelle Sicherheitskonzepte immer um die Sicherheit von Staaten kreisen. Besonders im Fall territorial eskalierender Grenz- und Ressourcenkonflikte tritt menschliche Sicherheit in einem humanistischen Sinn hinter der Sicherheit nationalstaatlicher Souveränität zurück: angebliche Sicherheitskonzepte werden so selbst zu Unsicherheitsfaktoren – für Andere und Ge-Anderte, innerhalb wie außerhalb des nationalstaatlichen Souveräns.

Die Aporien der Menschenrechte, die Hannah Arendt am eigenen Leib erfahren musste, werden besonders in Kriegszeiten voll „wirksam“ bzw. unwirksam: Das „Recht, Rechte zu haben“, wie sie es formuliert hatte, gilt im Prinzip nur für solche Menschen, die einen Nationalstaat als Rechtssubjekt hinter sich stehen haben, deren Rechtsverweser außerdem davon absehen müssen, die betreffenden Menschen als Feinde oder Angehörige rechtloser Minderheiten zu betrachten. Bekanntermaßen musste Arendt als deutsche Jüdin mit Deutschland im Nationalsozialismus genau diese Erfahrung machen. So ist es auch völlig nachvollziehbar, dass Arendt den Menschenrechten insgesamt schon aus praktischen Gründen skeptisch gegenüberstand – und man muss außerdem bedenken, das Arendt eine erwachsene Frau im Exil war, als die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948 verabschiedet wurde. Menschenrechte waren damals einfach ganz und gar nichts selbstverständliches, sondern eine hart erkämpfte, leidgeprüfte Errungenschaft, die sich heute in einer schweren Krise und womöglich sogar im Prozess ihrer Auflösung befindet.

Skeptiker des auf dem universellen Menschenrechtsprinzip beruhenden Konzepts von Human Security sehen das ganze Paradigma kritisch – weil die Einhaltung der Menschenrechte de facto und de jure kaum jemand in der Lage ist, durchzusetzen. Selbst die, die es können, haben keine realen Konsequenzen zu befürchten, wenn sie es nicht tun, denn so etwas wie eine mit wirksamen Sanktionsmitteln ausgestattete Weltregierung gilt als ebenso utopisch wie unerwünscht. Doch mit demselben Argument der mangelnden Wirksamkeit könnte man dann freilich die Universalität der Menschenrechte insgesamt über Bord werfen und durch partikulare Rechtsansprüche und einer Kultur des Neotribalismus à la MAGA ersetzen. Genau das geschieht gerade in einem unerhörten Ausmaß, wenn man nur an die Rechtlosigkeit staatenloser Palästinenser denkt.

Die epochale Besonderheit liegt heute darin, dass die Vorreiter innerhalb der wachsenden Zahl staatlicher Vertreter, die das Menschenrechtsprinzip trampeln, ausgerechnet die USA sind. Und was sich gerade in der Levante und im Sudan abspielt – es dürfte erst ein Vorgeschmack sein. Seit langem wird von den künftigen Kriegen als Klimakriege gewarnt. Man muss kein Hellseher sein, um vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen blutigste Szenarien für die unglücklichen Verlierer aus den inhabitablen Zonen am Horizont aufziehen zu sehen.11 Wer wird am Ende übrig bleiben und sich der kommenden Klimaflüchtlinge annehmen, wenn Staat für Staat dem US-amerikanischen Beispiel folgen, sich des historischen Menschenrechtsballasts entledigen und stattdessen Milizen nach dem Muster von ICE gründen, um Jagd auf Flüchtlinge zu machen?

Fußnoten

1 Illouz, Undemokratische Emotionen.

2 Genauer zu Hypernormalisierung weiter unten.

3 Boehm, Radikaler Universalismus; Aguigah und Deutschlandfunk Kultur, Aleida Assmann und Susan Neiman zur Causa Mbembe – Die Welt reparieren, ohne zu relativieren; Neiman, Links ≠ woke.

4 Mounk, Im Zeitalter der Identität Der Aufstieg einer gefährlichen Idee; Neiman, Links ≠ woke; Boehm, Radikaler Universalismus; McWhorter, Die Erwählten wie der neue Antirassismus die Gesellschaft spaltet.

5 Nükhet, „Die Familisierung der Staatsbürgerschaft in der Türkei“; Illouz, Undemokratische Emotionen.

6 Schreiber, Liebe! Ein Aufruf.

7 Yurchak, Everything Was Forever, until It Was No More.

8 Neiman, Links ≠ woke; Mounk, Im Zeitalter der Identität Der Aufstieg einer gefährlichen Idee; Boehm, Radikaler Universalismus; McWhorter, Die Erwählten wie der neue Antirassismus die Gesellschaft spaltet.

9 Lanier, Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst.

10 Srnicek, Plattform-Kapitalismus.

11 Welzer, Klimakriege; Dyer, Schlachtfeld Erde : Klimakriege im 21. Jahrhundert / Gwynne Dyer. Aus dem Engl. von Susanne Held.; „Der Zusammenhang zwischen Hitze, Klimawandel und Gewalt: Kriminalität, Klimakriege und der Aufstieg der Wikinger“; Korf, „Mythos Klimakriege : die Entwicklung in Somalia : ein Szenarium für unsere Zukunft?“; Korf, „Klimakriege“; Nuscheler, „10. Umweltkrisen – Klimawandel – ‚Klimakriege‘“.

Literaturangaben / Referenzen

Coverbild: (c) Thomas Schad

Aguigah, René, und Deutschlandfunk Kultur. Aleida Assmann und Susan Neiman zur Causa Mbembe – Die Welt reparieren, ohne zu relativieren. Literatur. 26. April 2020. https://www.deutschlandfunkkultur.de/aleida-assmann-und-susan-neiman-zur-causa-mbembe-die-welt-100.html.

Boehm, Omri. Radikaler Universalismus: jenseits von Identität. Übersetzt von Michael Adrian. Propyläen, 2022.

„Der Zusammenhang zwischen Hitze, Klimawandel und Gewalt: Kriminalität, Klimakriege und der Aufstieg der Wikinger“. Kriminalistik, Nr. 9 (2019): 483–89.

Dyer, Gwynne. Schlachtfeld Erde : Klimakriege im 21. Jahrhundert / Gwynne Dyer. Aus dem Engl. von Susanne Held. In Schlachtfeld Erde : Klimakriege im 21. Jahrhundert, Dt. Ausg. Klett-Cotta, 2010. http://bvbr.bib-bvb.de:8991/F?func=service&doc_library=BVB01&local_base=BVB01&doc_number=020574887&sequence=000001&line_number=0001&func_code=DB_RECORDS&service_type=MEDIA.

Illouz, Eva. Undemokratische Emotionen: das Beispiel Israel. Deutsche Erstausgabe. Übersetzt von Michael Adrian. With Avital Sicron. Suhrkamp, 2023.

Korf, Benedikt. „Klimakriege: Zur Politischen Ökologie der ‚Kriege der Zukunft‘“. In Handbuch Kriegstheorien, herausgegeben von Thomas Jäger und Rasmus Beckmann. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2011. https://doi.org/10.1007/978-3-531-93299-6_48.

Korf, Benedikt. „Mythos Klimakriege : die Entwicklung in Somalia : ein Szenarium für unsere Zukunft?“ Berner Geographische Mitteilungen, Publikation Digital AG, 2009, 113-.

Lanier, Jaron. Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst. 1. Auflage. Übersetzt von Martin Bayer und Karsten Petersen. Atlantik, 2019.

McWhorter, John H. Die Erwählten wie der neue Antirassismus die Gesellschaft spaltet. 1. Auflage. Übersetzt von Kirsten Riesselmann. Hoffmann und Campe, 2023.

Mounk, Yascha. Im Zeitalter der Identität Der Aufstieg einer gefährlichen Idee. 1. Auflage 2024, Ungekürzte Ausgabe. Übersetzt von Helmut Dierlamm und Sabine Reinhardus. Klett-Cotta, 2024.

Neiman, Susan. Links ≠ woke. Aktualisierte und Erweiterte Neuausgabe, 5. Auflage. Übersetzt von Christiana Goldmann. Hanser, 2024.

Nükhet, Sirman. „Die Familisierung der Staatsbürgerschaft in der Türkei“. In Perspektiven auf die Türkei : ökonomische und gesellschaftliche (Dis)Kontinuitäten im Kontext der Europäisierung, 1. Aufl., herausgegeben von Ilker Ataç, Bülent Küçük, und Şener Ulaş. Westfälisches Dampfboot, 2008. http://bvbr.bib-bvb.de:8991/F?func=service&doc_library=BVB01&local_base=BVB01&doc_number=017032192&sequence=000004&line_number=0001&func_code=DB_RECORDS&service_type=MEDIA.

Nuscheler, Franz. „10. Umweltkrisen – Klimawandel – ‚Klimakriege‘“. In Entwicklungspolitik, von Reinhard Stockmann, Ulrich Menzel, und Franz Nuscheler. De Gruyter, 2015. https://doi.org/10.1515/9783486855647-022.

Schreiber, Daniel. Liebe! Ein Aufruf. 1. Auflage. Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 2025.

Srnicek, Nick. Plattform-Kapitalismus. 2. Auflage. Übersetzt von Ursel Schäfer. Hamburger Edition, 2020.

Welzer, Harald. Klimakriege: wofür im 21. Jahrhundert getötet wird. S. Fischer, 2008.

Yurchak, Alexei. Everything Was Forever, until It Was No More: The Last Soviet Generation. Formation Series. Princeton University Press, 2006.

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