Es ist nicht neu, dass sich Menschen in Krisenzeiten populistischen Versprechungen hingeben. Auch wenn es keine allgemein anerkannte Definition mit gleichbleibenden Merkmalen des Populismus gibt, so besteht dennoch Einigkeit über eine grundsätzliche Diskursstruktur: Populisten behaupten, auf der Seite des „kleinen Mannes“ („der kleinen Frau“), der einfachen Leute, der Benachteiligten zu stehen. Dieser Seite wird immer eine Elite gegenübergestellt, die angegriffen wird, wobei Populismus als Rechts- und Linkspopulismus auftreten kann – in der Praxis mit einem klaren Überhang nach Rechts. Zum Populismus und seiner Grundbinarität gibt es viele überzeugende Erklärungsmöglichkeiten, ob aus Soziologie und Politikwissenschaft, Kognitionswissenschaft und Sozialpsychologie, Wirtschafts- und Geschichtswissenschaft, Jura oder Linguistik. Seit Jahren wächst der Bestand an Literatur über Populismus, der kaum mehr überschaubar ist (Laclau, 2007; Mudde und Rovira Kaltwasser, 2017; Stojanović, 2017; Levitsky und Ziblatt, 2018; Mouffe, 2018, 2020; Rodrik, 2019; Rosanvallon, 2020; Vieten, 2020; Lewandowsky, 2024; Scurati, 2024).
Der französische Soziologe Didier Eribon etwa hat die markante Zustimmung für die rechtspopulistische Partei Front National (heute: Rassemblement National) in enttäuschten Arbeitermilieus Frankreichs mit dem Verrat der Linken an der Arbeiterklasse erklärt (Eribon, 2010, 2023). Auch in Deutschland gibt es Studien mit ähnlichen Ergebnissen, die etwa einen „Ehrverlust der Arbeiter“ konstatieren (Dörre, 2024), was zusammen mit einer breiten Palette anderer Krisenthemen zu einer Verdopplung des AfD-Elektorats zwischen 2020 und 2025 geführt hat (Hövermann, 2025) und auch Gewerkschaftsmitglieder einschließt (Hilmer u. a., 2017). Ein besonders interessanter Fall ist die USA, weil es dort zwei Mal zur Wahl von Donald Trump gekommen ist, der als mustergültiger Populist gelten kann, aber als Milliardär gleichzeitig unübersehbar nicht zu den Abgehängten der Gesellschaft gehört. Obwohl schon 2017, also kurz nach der ersten Trump-Wahl, die Rede davon war, dass Trump-Wähler aus dem Arbeiter-Milieu enttäuscht von Trump seien, war diese Haltung offenbar nicht nachhaltig (Manza und Crowley, 2017; Trumka, 2017; Walley, 2017; Morgan und Lee, 2018; Thompson, 2019). Das zweifellos wichtige Motiv der ökonomischen Abstiegsangst (Rodrik, 2019) ist alleine genommen nicht ausreichend, um Phänomene wie Trump und Populismus insgesamt zu erklären.
In diesem Essay will ich deshalb das Phänomen über den Begriff der fehlgeleiteten Ideologie (flawed ideology) aus einer etwas anderen Perspektive betrachten, die den Fokus stärker auf den Widerspruch zwischen Versprechungen und Realität populistischer Sendung und Handlung einstellt. Fehlgeleitete Ideologie ist nicht das einzige und möglicherweise auch nicht das geeignetste Instrument, aber im Vergleich zu Begriffen wie der Lüge hilft es besser, zu verstehen, warum Fakten in populistischen Meinungsumwelten schwer gegen gefühlte oder identitätsbasierte Wirklichkeiten ankommen. Diese bezeichne ich in Anlehnung an Walter Lippmanns Begriff der Pseudo-Umwelt (pseudo-environment) so – als populistische Meinungsumwelten – was ich weiter unten noch genauer erläutere. Das Mitgestalten aller, die in diesen Umwelten leben, hilft zu verstehen, warum Nicht-Fakten oder selektives Wissen von den „Belogenen“ so bereitwillig aufgenommen und mit-konstruiert werden (Lippmann, 1964, 2009; Arnold-Forster, 2023). Diese Meinungsumwelten können vielleicht am ehesten mit einer vielbesagten Bubble oder Blase verglichen werden. Ich gehe dabei ursprünglich von der Lektüre Eva Illouz’ Buch Undemokratische Emotionen (Illouz, 2023) aus, weshalb ich auch immer wieder auf ihre Beispiele und Referenzen zurückkomme.

Eine dieser Referenzen am Anfang des Buchs ist Jason Stanley mit seinem Begriff der bereits genannten fehlgeleiteten Ideologie (Stanley, 2017, 2024). Laut Stanley, dem Autor des Buchs How propaganda works, beraubt eine sogenannte fehlgeleitete Ideologie „Gruppen des Wissens über ihre eigenen mentalen Zustände, indem sie ihnen ihre eigenen Interessen systematisch verschleiert.“(Stanley, 2017, zit. nach Illouz, 2023:10). Ich finde allerdings, dass dieser Satz genauere Erläuterung verdient, denn zwei Begriffsbrocken erscheinen alles andere als selbstverständlich: Erstens, was sollen mentale Zustände sein, derer sich Gruppen nicht bewusst sind? Wer oder was hindert Gruppen systematisch daran, sie zu erkennen? Und zweitens – und derselben Frage Eva Illouz’ folgend: Was sind eigentlich eigene Interessen? Wer legt das fest, wessen Wort hat dabei Gewicht?
Verliert die Wissenschaft ihre epistemische Autorität?
Ich beginne mit der zweiten Frage, weil ihre Klärung erleichtert, zu verstehen, was mit mentalen Zuständen gemeint ist. Wie Illouz bemerkt, ist es natürlich nicht selbsterklärend, was die wahren Interessen einer Klasse oder Gruppe von Menschen sind. Wer will sie benennen können? Wer benennt sie richtig, welche Rolle spielen Kompetenz oder sogenannte Expertise? Wessen Aussage hat in einer Zeit, da nicht nur Alle alles Mögliche benennen, sondern große „Reichweiten“ vielen Prosument:innen der sogenannten sozialen Medien als Argument für Glaubwürdigkeit gelten, Gewicht? Konkretisieren wir diese Fragen mit einem ganz einfachen, deutschen Beispiel, ohne sie gleich damit zu beantworten: Kennt die AfD, deren Schlüsselfiguren meist aus Westdeutschland und privilegierten Positionen kommen, die Interessen der Ostdeutschen besonders gut? Ist deshalb der AfD ganz besonders zuzutrauen, die wahren Interessen der Ostdeutschen zu benennen? Und ist in dieser Hinsicht nicht zuerst Sozial- und Geisteswissenschaftler:innen zu vertrauen, die der Wissenschaftlichkeit verpflichtet sind und zu Ostdeutschland geforscht haben – deren (durchaus unterschiedliche) Schlussfolgerungen den Rezepten der AfD jedoch meistens stark widersprechen (Liebig und Verwiebe, 2000; Kulick, 2002; Mau, 2020, 2024; Enders, Kollmorgen und Kowalczuk, 2021; Kowalczuk, 2024; Böick, Goschler und Jessen, 2025; Röhl, 2025)?
Nun wollen Wissenschaftler:innen oder andere profilierte, fakten- und evidenzbasiert arbeitende Autor:innen – sofern sie sich nicht für eine politische Karriere entschieden haben – nicht gewählt werden und konkurrieren nicht als Player auf dem politischen Feld. Dennoch stellt sich die Frage, warum eine Partei, die besonders erfolgreich in Ostdeutschland ist und oft behauptet, die ostdeutschen Interessen zu kennen und zu vertreten (Dworzak, 2019; Gubser, 2023; Doering, 2024; Haack und Sonntag, 2025; ZDFheute Nachrichten, 2025), nicht auf wissenschaftlich fundierte Analysen zurückgreift und diesen stattdessen sogar oft deutlich widerspricht. Dieser Widerspruch kann als ein Beispiel von fehlgeleiteter Ideologie gelten: Der AfD werden Eigenschaften in unbotmäßiger Ausprägung zugeschrieben, die sie gar nicht in dieser Ausprägung führt – und was aufs Engste mit der Wählerperspektive und einer sowohl gefühlten als auch identitätsgebundenen Wirklichkeit zusammenhängt. Damit ist das grundsätzliche Problem der Wissenschaftsfeindlichkeit von Populisten angesprochen. Dieses drückt sich nicht nur in Angriffen, sondern oft genug auch in einem kreativen Verständnis über Wissenschaft und ihrer Instrumentalisierung aus.

Wissenschaftler:innen sind in der Regel Menschen, die nicht ohne Grundlage beanspruchen, zwischen wahren und falschen Interessen einer Gruppe unterscheiden zu können. Weniger beanspruchen sie selbst eine gewisse Autorität für sich, die man auch epistemische Autorität nennt (Illouz, 2023; Hauswald, 2024), sondern vielmehr wird ihnen diese auch innerhalb und von außerhalb des wissenschaftlichen Felds zuerkannt. Ihre Expertise ist ein nachgefragtes Gut ist, das schlichtweg nicht jeder liefern kann, weil ihre Wissenskompetenz zertifiziert ist. Wenn auch nichts frei von Fehlern ist, auch keine wissenschaftliche Expertise, so entsteht durch diese Zertifizierung doch eine Art epistemischer Autorität, teilweise vergleichbar mit anderen Berufsqualifizierungen. Darunter ist eine Autorität des Wissens zu verstehen, welche durch ritualisierte Hochschulaufnahmen und -Abschlüsse, erreichte Kenntnisstandards, wiederholte Qualitätskontrollen, Prüfungen, Zeugnisse, Peer-Review-Verfahren, standardisierte und überprüfte Forschungsmethoden, Kritik, Verteidigungen, Disputationen etc. hergestellt wird. Größere, epistemische Gewissheiten gehen oft den Weg erbitterten Widerstreits, dessen Ziel schließlich die Konsensfindung epistemischer Gemeinschaften sind. Bildungsgrade und Titel signalisieren diese Form der Autorität auch über äußerliche Codes, deren Missbrauch durch Plagiierung einen Skandal auslöst.
Das wissenschaftliche Wissen, welches diese Autoritäten in ihren epistemischen Gemeinschaften produzieren, stellt für Populisten (darunter oft Wissenschaftler:innen, wie an den Fallbeispielen noch gezeigt wird) aber ein ärgerliches Hindernis dar. Aus diesem Grund wird die epistemische Autorität der Wissenschaft angegriffen, untergraben und verwässert. Die letzten beiden Aspekte sind besonders verbreitet, was in Zeiten schnell verfügbaren Wissens mittels Large Language Models der sogenannten KI eine völlig neue Qualität entwickelt hat: Heute wimmeln die sogenannten sozialen Medien, denen ebenfalls Verschleierungsmechanismen inhärent sind, vor schnell zurechtgegoogeltem, neuerdings durch KI zusammengetragenem Wissen, das sich der oben aufgeführten Qualitätskontrolle mit Leichtigkeit entzieht.
Das gesamte wissenschaftliche Prozedere kann dadurch wie überflüssig erscheinen: Man kann sich doch alles selbst „ergoogeln“, oder etwa nicht? Tatsächlich lässt sich von einem Dammbruch bei der Menge verfügbaren Wissens sprechen, das bis heute Mechanismen gezielter Wissensverknappung unterliegt, etwa durch Bezahlschranken von Fachjournalen; doch auch diese Schranken lassen sich heute über ein paar zusätzliche Klicks in der findigen Dektoprecherche umgehen. Das Ganze hat allerdings seine Schattenseite: An Stelle von Zustimmung, Kritik, Streit, Konsensfindung epistemischer Autoritäten treten Likes, Herzchen, Umarmungen, weinende, zürnende und unzählige andere Icons als Emotionsträger. Diese Entwicklung muss nicht das Ende von Autorität insgesamt heißen: An die Stelle epistemischer Autorität tritt oft genug jene der persönlichen Betroffenheit, der Herkunft, der Identität. Auch diese „Autorität“ kann als Waffe gegen die Wissenschaftlichkeit eingesetzt werden, wie die Performanz zahlreicher Meinungspopulist:innen immer wieder zeigt.

Die Kommodifizierung von Emotionen und ihre noch in den Kinderschuhen steckende Analyse verdienen eigene, vertiefte Betrachtung (Illouz, 2019, 2024, 2025). Wichtig ist an diesem Aspekt im Zusammenhang mit der Populismusentwicklung, dass im Zuge der Oligarchisierung der USA nahezu alle Meinungsplattformen geschlossenen Algorithmen unterliegen, die auf der Logik der Affektökonomie beruhen und demnach über die Beherrschung von Emotionen und Affekten steuerbar sind. Die Besitzer dieser Plattformen sind explizite Befürworter von Neopopulisten wie Trump, weshalb die Meinungsplattformen auch die zentralen und machtvollsten Vektoren des Neopopulismus darstellen. Diese Oligarchate sind längst in der Lage, Aufmerksamkeit zu binden, verschleiern und steuern (Burnett, Loh und Schmidt, 2026). Sie sind aber auch Akteure eines neuartigen, digitalen Kolonialismus (Conger und Mac, 2024; Dachwitz und Hilbig, 2025), was begeisterten Meinungsaktivist:innen leicht entgehen kann, die sich angesichts ihrer erfreulichen Reichweiten und zugewandter Emoticons in der Rolle erhabener Aufarbeiter:innen historischen, sozialen, rassistischen Unrechts wiegen können.
Populismus und Wissenschaftsfeindlichkeit
Doch kommen wir noch einmal auf etwas klassischere Beispiele für Angriffe und Instrumentalisierung von Wissenschaft durch Populisten zurück. Man muss in einem deutschen Kontext freilich auf die Nazis zu sprechen kommen, die auch Populisten waren. Sie haben die Wissenschaft in beispiellosem Ausmaß sowohl zerstört als auch gefügig und in ihrem Sinn produktiv gemacht. So fand einerseits Gleichschaltung im Inneren statt, während auf der anderen Seite Geisteswissenschaft sogar als Instrument der Außenpolitik genutzt wurde (Grüttner, 2010; Hachtmann, 2010).
Beispiele finden sich aber auch in jüngeren zeitgeschichtlichen Kontexten und in der Gegenwart, etwa in Jugoslawien/Serbien der 1990er Jahre oder in den Angriffen des AKP-Regimes auf die Wissenschaftslandschaft der Türkei ab den 2010er Jahren (Popov, 1996, 2002a, 2002b; Milosevic, 2000; Milosavljević, 2002; Abbas und Zalta, 2017; Baser, Akgönül und Öztürk, 2017; Kandiyoti und Emanet, 2017; Blagojevic u. a., 2022). In beiden Kontexten, die im zweiten Teil dieses Essays noch genauer dargestellt werden, kam es nicht nur zu einer Kriminalisierung und Verfolgung kritischer und unliebsamer Wissenschaftler, sondern auch zum Missbrauch von Wissenschaft und ihrer epistemischen Autorität. Ob durch Warnungen vor einem demographischen Genozid, wie in Jugoslawien/Serbien in den 1980er Jahren, oder durch die selektive und partielle Instrumentalisierung der Genozidforschung, um darüber paradoxerweise Genozidleugnung zu betreiben, wie in der Türkei verstärkt seit den 2010er Jahren: Solche und viele weitere Beispiele zeigen, wie populistische Regime die Autorität der Wissenschaft für politische (bzw. anti-politische) Zwecke eingespannt haben.

Seit vielen Jahrzehnten ist es außerdem üblich, dass Lobbyorganisationen eigene, nicht-universitäre Wissenschaftseinrichtungen gründen, oft unter der martialischen Bezeichnung Think Tank: Unter dieser Bezeichnung firmieren (neben seriösen Think Tanks) Einrichtungen, die sogenannte Auftragsforschung produzieren, welche sich zwar bis zu einem gewissen Grad den Methoden epistemischer Wissenschaftsgemeinschaften bedient, diese aber den Forderungen der Auftraggebern so anpasst, dass das gewünschte Ergebnis herauskommt. Wissenschaft wird dadurch verwässert – etwa, indem pseudo-wissenschaftliche Studien auf einmal nachweisen können, dass Zigaretten gar nicht gesundheitsgefährdend sind, oder dass der anthropogene Klimawandel eine Übertreibung ist, um nur die plakativsten und bekanntesten Beispiele zu nennen. Während das erste Beispiel längst als dekonstruiert gilt, wirkt die Arbeit an letzterem fort. In der Umweltforschung ist es unter dem Begriff des Greenwashing bekannt (Landeszentrale für politische Bildung BW, ohne Datum).
Nun gibt es natürlich noch viele andere Formen des Wissens, die nicht per se „schlechter“ sind als wissenschaftliches Wissen. Letzteres ist seinerseits auch nicht unbedingt in der Lage, es mit allen anderen Formen des Wissens aufzunehmen. Man denke nur an die Autorität spirituellen oder religiösen Wissens, wo es zum Beispiel durchaus Gottesbeweise gibt, die in der nicht-theologischen, positiven Wissenschaft (etwa in der Biologie) keinen Bestand haben. Unter den unterschiedlichen Formen von Wissen wären zum Beispiel auch erfahrungsbasiertes Wissen (z.B. die Klettertechnik der Bergsteigerin), gesunder Menschenverstand (common sense: alltagspraktisches Wissen), Volkswissen (z.B. über das Verhalten von Tieren oder Wetterlagen, Bauernregeln, etc.), künstlerisches Wissen, narrativ-sinnstiftendes Wissen, identitäres Wissen, u.v.m. zu nennen.
Wie Eva Illouz in ihrer Studie über undemokratische Emotionen fortfährt, gibt es ohnehin „kein Denken ohne Lücken, Verdrängung, Fehler und Verleugnung. Diese Verleugnungen und Auslassungen ans Licht zu bringen, bleibt daher die Aufgabe der kritischen sozialwissenschaftlichen Analyse“ (Illouz, 2023:10). In diesem Sinn müsse man also unter Anwendung rigoroser Wissenschaftlichkeit fortfahren. Ihr erscheine das Einnehmen einer Position der epistemischen Autorität (wissenschaftlichen Wissens) unvermeidlich, denn ansonsten wäre praktisch jeder Versuch, sich der Wahrheit anzunähern, sinnlos. Man geriete „in eine Situation des Relativismus oder des epistemologsichen Chaos“ (Illouz, 2023:10). Gerade in einer Zeit manipulativer sozialer Medien, da „haarsträubende Verschwörungstheorien um sich greifen und die demokratischen Prozesse der Meinungsbildung behindern, können wir uns den Luxus der Annahme, dass alle Perspektiven gleich oder gleich gut fundiert sind, nicht mehr leisten“ (Illouz, 2023:11). Ich denke, ihr Argument liegt auf der Hand: Natürlich kann man einen vergleichsweise kalten Winter versuchen, über Bauernregeln zu erklären. Es sollte dennoch klar sein, dass meteorologische Langzeitdaten und andere naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse als verbindlicher und zuverlässiger zu gelten haben.
Populistisches Gegenwissen (counterknowledge)
Doch was so banal und selbstevident klingt wie das Beispiel der Bauernregeln und der Meteorologie ist heute womöglich instabiler, als man es vor wenigen Jahren noch hätte wahrhaben wollen. Deswegen muss die Diskussion über epistemische Autorität und Ideologieforschung geführt werden, wie Illouz betont, die sich dafür ausspricht, die Autorität des geprüften, wissenschaftlichen Wissens nicht aufzugeben, wenn es um die Benennung sozialer Missstände und Interessenlagen geht. Ansonsten könnten sich jede Handhabe, jedes Argument gegen behauptete Wirklichkeiten und erfundene Fakten in Beliebigkeit auflösen – denn sie stehen einem mächtigen Gegner gegenüber, nämlich undemokratischen Gefühlen und identitätsbasierten Wahrheitsbehauptungen. Und damit komme ich endlich auch zum noch schwierigeren Begriff der mentalen Zustände, wie Jason Stanley sie oben benannt hatte und wie sie am Beispiel der emotionsbasierten Influencer-Wirklichkeiten der sogenannten sozialen Medien schon durchgedrungen sind. Eine fehlgeleitete Ideologie – etwa über die Sprache der Propaganda, Demagogie, Gefühlsproduktion, etc. – die eine Gruppen ihres Wissens über die eigenen mentalen Zustände beraubt, tut das über populistisches Gegenwissen (counterknowledge).

Populistisches oder demagogisches Gegenwissen (counterknowledge) (Ylä-Anttila, 2018), das zwar wissenschaftlich gesicherten Fakten nicht standhalten kann, dominiert in populistischen Meinungsumwelten auch dort, wo wissenschaftliches Wissen gefragt wäre. Beispiele wären Aussagen zum Verhalten bestimmter sozialer Gruppen (z.B. Erwerbsloser, Einwanderer, Ostdeutscher, etc.), Fragen justiziabler Ereignisgeschichte (z.B. des Stattfindens oder der Leugnung von Genozid), oder das Wissen über die anthropogenen Klimaveränderungen und Wetterphänomene (vgl. die Aussage: „Das gab es alles früher auch schon.“). Gegenwissen beinhaltet oft behauptetes, intuitives Wissen, das nicht selten stark mit esoterischen Inhalten vermengt auftritt, wie in der Corona-Pandemie zu sehen war – als medizinischem Wissen, verpönt zur „Schulmedizin“, in einschlägigen (und für viele überraschend großen) Milieus jede epistemische Autorität abgesprochen werden konnte. Alte wie neue Verschwörungstheorien boomen in populistischen Welten des Gegenwissens. Oft genügt das Bedienen eines Triggerpunkts, also eines Reizthemas, um eine rentable Empörungsökonomie in Gang zu setzen, die „Arenen der Ungleichheitskonflikte“ gleichen, in denen Oben-Unten-Ungleichheiten, Innen-Außen-Ungleichheiten, Wir-Sie-Ungleichheiten und andere Binaritäten den Diskurs strukturieren (Mau, Lux und Westheuser, 2023).
Nicht-faktenbasiertes Gegenwissen (counterknowedge) dominiert in populistischen Umwelten neben konkreten Interessenlagen von Lobbies auch aus dem Grund, dass es Gefühlen entgegenkommt – oder weil es qua Herkunft oder qua Identität für richtiger und legitimer als wissenschaftlich abgesichertes Wissen gehalten wird. Auch wenn derlei Wissen schlichtweg kontrafaktisch — also: nachweislich falsch — ist, kann es im populistischen Diskurs trotzdem mit höherer Autorität ausgestattet sein und sich durchsetzen, weil es ähnlich wie eine Glaubensfrage behandelt wird. So hat in den Augen populistischer Follower gewissermaßen „niemand eine Ahnung“, dessen Proposition unerwünschte Gefühle erzeugt oder der nicht zur In-Group gezählt wird (das identitäre Argument). Und wollte man die Metapher der Bubble oder Blase noch einmal aufgreifen, die sich mehr oder weniger subtil durch diesen Text zeiht, dann könnte man vermuten, dass derlei unerwünschtes Wissen und ärgerliche Kritik die Schönheit der konstruierten Blase bedrohen.
Und à propos Ahnung: Gerade in einer immer komplexer werdenden Welt, in der alte Gewissheiten der nationalstaatlichen Ära nicht mehr stimmig erscheinen und überdies der individuelle Wissenshorizont überfordert ist, machen sich Populisten Gerüchte zunutze oder greifen sie gezielt auf. Wie Doron Rabinovici schon 2018 in einem Gespräch über sein Polittheaterstück „Alles ist möglich“ über populistische Akteure in unterschiedlichen europäischen Ländern feststellte, kommt es dabei auch in Europa zu kreativen Begriffsbildungen, wie das Beispiel der stichhaltigen Gerüchte im österreichischen Diskurs zeigt. Rabinovici zitiert den Klubobmann der rechtspopulistischen FPÖ:
Es gäbe „stichhaltige Gerüchte“, dass Soros der Drahtzieher sei hinter der Fluchtbewegung 2015. Der habe das „alles finanziert, dass diese Leute nach Europa gekommen sind“. Also, das Spiel mit antisemitischen Ressentiments, aber auch mit rassistischen, das dient nicht etwa der Diskussion über die soziale Frage, sondern das dient der Verschleierung. (Rabinovici, 2018)
An diesem Beispiel wird deutlich, was unter Verschleierung zu verstehen ist. Durch den starken Einsatz von Emotionen und Affekten – hier ist es das Ressentiment – handelt es sich außerdem um einen durch und durch vergleichbaren Effekt wie beim Geschichtsrevisionismus. Auch in revisionistischen Diskursen dominiert die therapeutische Funktion, sich gut fühlen zu können, wie von Aviezer Tucker und Andrea Pető so vortrefflich beschrieben worden ist: Fakten haben sich in populistischen, geschichtsrevisionistischen Geschichtsbildern Gefühlen stets unterzuordnen (Tucker, 2008; Petö, 2014).
Immer mit viel Gefühl: die Herstellung populistischer Meinungsumwelten
Genau das kann man unter mentalen Zuständen verstehen, die systematisch verschleiern, was vor sich geht: Die Menschen, die an gefühlte oder identitätsgebundene Wahrheiten glauben, sind davon so überzeugt, dass sie ihre eigenen Fehlleitungen nicht sehen können. Gefühl oder Identität überwiegen alles andere. Das große Gewicht von undemokratischen Emotionen und Affekten ist deshalb auch das Prisma, durch das Eva Illouz den Populismus insgesamt analysiert – im Fall ihrer Analyse am israelischen Beispiel anhand dreier negativer Gefühle (Angst, Abscheu, Ressentiment) und der integrativen Formel einer vierten Emotion, nämlich der sorgsam kultivierten Liebe zur Nation. Wie Illouz zurecht feststellt, koalieren populistische Regime von heute international miteinander, lernen voneinander, und demnach sind ihre Muster auch übertragbar, selbst wenn die spezifische emotionale Ausstattung variieren mag (Illouz, 2023).

Populistische Parteien und ihre Sprecher versichern den Menschen systematisch immer wieder – nämlich über die Verwendung repetitiver, stereotypischer Vereinfachung – dass es sich bei ihrer Pseudo-Analyse um Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit handle. Durch systematische Zurückweisung unangenehmer Kritik und Belohnung durch positive Emotionshäppchen kann diese konstruierte Wirklichkeit erfolgreich verabreicht und wohlwollend entgegengenommen werden. Wie bereits am Beispiel des Demagogiebegriffs beschrieben worden ist, haben Populisten ein feines Gespür dafür, was die Leute hören wollen.
Man könnte Demagogen und Populisten durchaus mit Influencer:innen vergleichen, deren Follower in einer Pseudo-Umwelt leben, die ich hier als populistische Meinungsumwelt bezeichne – und umgekehrt Influencer:innen mit Populisten und Demagogen. Die Pseudo-Umwelt (pseudo-environment) ist ein ganz alter Begriff des Journalisten und Kommunikationswissenschaftlers Walter Lippmann, der die Begriffe der öffentlichen Meinung und der Stereotype bereits 1922 maßgeblich geprägt hatte (Lippmann, 1964, 2009; Arnold-Forster, 2023). Lippmann hat viel Kritik erfahren, weshalb sein Werk genauere Auseinandersetzung verdient, was hier den Rahmen sprengen würde. Obwohl Lippmann teilweise sogar anti-demokratische, zumindest aber elitäre Ansichten vertreten hatte und zu den Wegbereitern des Neoliberalismus gerechnet wird, halte ich einige seiner zentralsten Beobachtungen nach wie vor für relevant. So betonte er die Wichtigkeit innerer Bilder, die herangezogen würden, um die Wirklichkeit zu konstruieren, welche die Komplexität der äußeren Umwelt zu reduzieren helfe. Nur so sei sie für die meisten Menschen überhaupt fassbar (Lippmann, 1964, 2009).
Wie Simone D’Alessandro überzeugend argumentiert hat, sind Lippmanns Begriffe und Analysen über die Konstruktion von Pseudo-Umwelten mittels vereinfachender Stereotypen heute mindestens so aktuell wie Anfang des 20. Jahrhunderts (Dotti, 2017; D’Alessandro, 2022). Ich würde sogar noch viel weiter gehen und behaupten, dass das Problem der Pseudo-Umwelten heute viel größer ist, als es je zuvor in der Geschichte der Menschheit war. Es mag ein Widerspruch sein – denn tatsächlich verfügt die Menschheit über einen nie dagewesenen Wissensschatz über die Welt. Doch über den massenhaften Konsum sozialer Medien und eine zunehmend problematisierte Vermarktung, Verzerrung und Verknappung von Aufmerksamkeit scheint dieses Wissen – zumindest in beträchtlichen Teilen der Öffentlichkeit – eine immer geringere Rolle zu spielen, wovor das Kollektiv Attensity! In einem neuen Manifest eindringlich warnt (Burnett, Loh und Schmidt, 2026).
Im nächsten Teil des Essays sollen einige konkrete, zeithistorische Beispiele aufgezeigt werden, die sowohl Jason Stanley als auch Eva Illouz‘ Verständnis des Begriffs fehlgeleiteter Ideologien folgen. Diese Beispiele sind natürlich nur exemplarische Diskursausschnitte und wären schier endlos erweiterbar, und genauso gut könnte man sie auch anders gruppieren. Der Übersichtlichkeit halber folgen sie aber den von Illouz vorgeschlagenen, typischen Charakteristika ideologischer Fehlleitungen. Illouz nennt eine Ideologie dann fehlgeleitet, wenn sie drei Bedingungen erfüllt:
- Sie widerspricht den Grundprinzipien der Demokratie und damit dem Wunsch der Bürgerinnen nach politischen Institutionen, die sie repräsentieren.
- Die konkrete Politik, die die Verfechter einer Ideologie verfolgen, steht im Widerspruch zu ihren erklärten ideologischen Grundsätzen oder Zielen.
- Sie ist blind für die Schwächen der politischen Anführerinnen und Anführer. (Illouz, 2023:11)
Referenzen
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