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Buchtipp Neomotion

Aladin El-Mafaalani: Misstrauensgemeinschaften

Misstrauensgemeinschaften ist ein Begriff, den der Soziologe Aladin El-Mafaalani jüngst geprägt hat. Besonders hochkomplexe Gesellschaften sind auf eine großes Maß von Vertrauen angewiesen, während dieses immer stärker vom Misstrauen verdrängt wird. Zunehmende Kontrollmaßnahmen können Vertrauen funktional nicht ersetzen, wie in einem Umkehrschluss zum Lenin zugeschriebenen Satz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Eher verstärken sie das Misstrauen, dessen Zunahme insgesamt immer wahrscheinlicher werde. Neu an der aktuellen Misstrauenskonjunktur ist, dass sich unter den Misstrauischen Misstrauensgemeinschaften bilden, die durch den Wegfall alter Gatekeeper ein erhöhtes Gefühl von Selbstwirksamkeit spüren. Um diese problematische Entwicklung für demokratische Gemeinwesen geht es in El-Mafaalanis neuem Buch.WeiterlesenAladin El-Mafaalani: Misstrauensgemeinschaften

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Buchtipp Neopolis

Lynn Margulis: Der symbiotische Planet

»Wir Menschen gleichen unseren Mitbewohnern auf der Erde. Wir können der Natur kein Ende setzen, sondern nur zu einer Bedrohung für uns selbst werden. Die Vorstellung, wir könnten alles Leben zerstören, einschließlich der Bakterien, die in den Wassertanks von Kernkraftwerken oder in siedend heißen Quellen gedeihen, ist lächerlich.« Dieses Zitat stammt von Lynn Margulis, der 2011 verstorbenen Evolutionsbiologin, die durch ihr lebenslanges Studium von Bakterien eine wissenschaftliche Revolution bewirkt hat. Man könnte auch sagen: Diese allerkleinsten Lebewesen haben durch Margulis‘ Vermittlung unser Denken und Wissen über Evolution grundlegend verändert. Um Lynn Margulis geht es in dieser essayistischen Rezension ihres Buches »Der symbiotische Planet – oder wie die Evolution wirklich verlief«, das auch ein wissenschaftliches Plädoyer für die Gaia-Hypothese ist.WeiterlesenLynn Margulis: Der symbiotische Planet

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Buchtipp Neopolis

Donna Haraway: Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän

Der Begriff Anthropozän navigiert seit der Jahrtausendwende durch die Öffentlichkeit, ausgehend von der Geologie und benachbarten Gefilden des Wissenschaftsdiskurses. Inzwischen hat das Anthropozän weite Verbreitung gefunden. Überall bietet es sich an, als neuer Epochenbegriff endlich alles erfassen zu können, was mit dem menschengemachten Klimawandel zu tun hat. Doch begrifflich bleibt es umstritten. Interdisziplinäre Wissenschaftler:innen begegnen dem Anthropozän mit Skepsis, gar Ablehnung: Wieder einmal wird der namensgebende Mensch (anthropos) zu stark ins Zentrum von Terra gerückt, so die Kritik. Wer diese gut nachvollziehbaren Einwände besser verstehen will und neugierig auf alternative Vorschläge ist, findet in Donna Haraways Buch »Unruhig bleiben: Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän« eine unverzichtbare, aber auch stark befrachtete Orientierungshilfe.WeiterlesenDonna Haraway: Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän

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Buchtipp Neostory

Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas

Neopopulisten sind nicht in der Lage, Politik für die Zukunft zu gestalten: Das zeigt das US-Regime mit Donald Trumps absurder Haltung zum Klimawandel einmal mehr. Völlig neu ist diese Erkenntnis nicht: Klima und Klimawandel haben eine lange Geschichte, der Umgang von Obrigkeiten und öffentlicher Meinung war auch in der Frühen Neuzeit oft höchst irrational. Darum geht es in Wolfgang Behringers Buch »Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung«, das sich als gute und kompakte Einführung in die Thematik und zum besseren Verständnis des Zusammenhangs von naturräumlichem und sozialem Klimawandel im Anthropozän eignet.WeiterlesenWolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas

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Buchtipp Neomotion

Daniel Schreiber: Liebe! Ein Aufruf

Demagogen und Neopopulisten setzen auf Emotionen, Affekte, religiöse und spirituelle Bedürfnisse. Diese manipulieren und instrumentalisieren sie, um sich in Zeiten großer Verunsicherung Zustimmung zu sichern. Das scheint ihnen ganz gut zu gelingen. Doch wie sieht es mit Lösungen und Alternativen aus? Wer hat im demokratischen Lager Vorschläge, über die wir sprechen sollten, wenn uns auch in Zukunft an Freiheit in Verschiedenheit gelegen ist? In diesem Buchtipp geht es deshalb heute um Daniel Schreibers neuestes Buch „Liebe! Ein Aufruf.“WeiterlesenDaniel Schreiber: Liebe! Ein Aufruf